Kokain


Oft wird behauptet, dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei. Doch jeder, der sich schon einmal ein bisschen mit der Materie beschäftigt hat, weiß, dass man von einem Zug am Joint nicht als Heroinabhängiger endet. Eine neue Studie des Columbia University Medical Centers besagt nun aber, dass Alkohol die Einstiegsdroge ist.

Der Nobelpreisträger Eric Kandel hat durch Versuche mit Ratten festgestellt, dass sie nach kürzester Zeit, in der sie Alkohol konsumiert haben, anfälliger für Kokainsucht wurden. Alkohol baut in einer Hirnregion Proteine ab, die für das Belohnungssystem wichtig sind. Und dieses ist stark mit der Entstehung von Abhängigkeiten verknüpft. Deshalb geht man davon aus, dass Alkohol auch die Sucht nach anderen Drogen verstärkt.

Zehn Tage lang wurde einer Gruppe Ratten Alkohol verabreicht. Eine Kontrollgruppe mit den Tieren bekam Wasser als Vergleich. Nach den zehn Tagen bekamen die Ratten „freiwilligen Zugang“ zu Kokain, konnten sich die Droge also durch einen Hebel besorgen. Das Ergebnis: die Ratten, die zuvor mit Alkohol versorgt wurden, waren viel gieriger auf das Kokain als die, die vorher keinen Alkohol konsumiert hatten.

Viele Menschen sind der Meinung, dass es keine sogenannten Einstiegsdrogen gibt. Jedoch zeigen Erfahrungswerte, dass die meisten, die Drogen konsumieren, mit legalen Drogen angefangen haben. Es gibt aber keinen Beweis, ob diese Erfahrungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass zu illegalen bzw. härteren Substanzen gegriffen wird.

In Deutschland, dem Land des Bieres, haben wohl so gut wie alle Drogenkonsumenten mit Alkohol angefangen. Ist aber nur eine Vermutung.

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