TomasBarfod


Er ist nicht nur ein Drittel von WhoMadeWho, sondern hat sich auch solo als Tomboy Fans und Freunde gemacht. Bereits vor geraumer Zeit hat es den Dänen Tomas Barfod nach Los Angeles verschlagen, und eben hier entstand mit „Love Me“ jetzt sein zweites Album unter dem Namen, den ihm seine Eltern einst gaben. Zwei Jahre sind vergangen, seit das Debüt „Salton Sea“ in die Läden kam, und schon der erste Hördurchgang des Nachfolgers macht deutlich, dass Tomas’ Songwriter-Qualitäten weiter in den Fokus gerückt sind.

„Es war so nicht geplant, aber ich habe viel Zeit für die Produktion aufgebracht, so dass die Stücke sich entwickeln konnten. Ich denke, dass aus diesem Grund eben mehr ‚richtige‘ Songs dabei entstanden sind. Und ich hatte dieses Mal mehr Budget, um mehr in die Details zu gehen und enger mit Nina Kinert an den Bläser- und Streicherarrangements zu arbeiten.“ Den Albumtitel hat Barfod in dem Bewusstsein gewählt, dass jeder Mensch auf der Suche nach Liebe ist, er eingeschlossen, „…auch wenn es nicht jedem so bewusst ist. Ich glaube, Liebe ist die treibende Kraft für fast alles, das ich tue. Egal ob es darum geht, ein guter Ehemann zu sein oder Musik zu machen, die die Leute mögen. Es geht jedes Mal doch darum, jemandem etwas zu geben und dafür Liebe zu ernten. Ich habe mich für diesen Titel entschieden, weil er ein Statement ist und die Leute erstmal verwundert. Ich mag die Idee, dass die Leute für eine Sekunde innehalten aufgrund eines cool klingenden Ausdrucks.“

Es scheint, als tanze Tomas auf vielen Hochzeiten, denn auch das Release des letzten WhoMadeWho-Albums liegt erst einige Monate zurück. Auf Tour ist er mit den Kollegen allerdings wiederholt nicht, weil „Love Me“ Priorität hat. „Tomboy habe ich ad acta gelegt. WMW ist ein diplomatisches Konzept mit klar verteilten Rollen. Für meine Solosachen probiere ich viel aus, und diese Ideen bringe ich dann auch in die Arbeit mit anderen ein.“ Eben diese künstlerische Flexibilität ist es, was Tomas antreibt, doch mehr Projekte dürfen es nicht sein: „Ich glaube, es ist nicht gut, wenn man zu viel macht. Ich mag es, mich auf eine Sache zu fokussieren. Das Setup, das ich jetzt habe, macht für mich am meisten Sinn.“ Schon vor einer ganzen Weile hat es Barfod von Dänemark aus ins sonnige Los Angeles verschlagen. Etwas, dass ihn auch bei der Produktion – bewusst oder unbewusst – beeinflusst? „Das Arbeiten in echten ‚LA-Style Songwriter Sessions‘ hat mich sehr inspiriert, gerade in der Art, wie ich Musik machen. Wenn etwas nicht richtig funktionieren will, dann lasse ich es. Ich würde an keinem Song mehr arbeiten, um etwas herzustellen, das nicht da ist. Abgesehen davon passe ich für mich besser in das kalifornische Umfeld als in das skandinavische. Ich versuche, Musik zu machen, die so ‚strahlend‘ wie möglich ist. Das gelingt mir nicht immer, weil es doch schwer ist, der skandinavischen Melancholie zu entkommen.“

Und das beinhaltet, auch für seine Solostücke immer wieder Gäste ins Studio zu laden. Mit dabei sind erneut Nina Kinert aka Nina K. und WhoMadeWho-Kollege Jeppe Kjellberg. Mit ihm und Tomas Høffding wird Barfod in Kürze dann doch noch auf der einen oder anderen Bühne stehen: „Wir spielen gemeinsam einige WMW-Gigs im Sommer, das ist immer ein riesen Spaß mit den beiden. Und ich plane natürlich auch eine Solotour, eine Kombination aus DJ und Live mit zwei Drummern, zwei Media-Playern und einer Sängerin.“

Interview aus dem Heft #28, Juni 2014

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www.tomasbarfod.com