„Dope“, „No Worries“, „Rawhide“ oder „Countach“ – Tracks, die jeden Dancefloor in Wallung gebracht haben und immer noch bringen und die aus Feder von Butch stammen. Der Mainzer versorgt uns seit über zehn Jahren mit freshen Tracks und Remixen. Die Liste der Labels, auf denen er veröffentlicht, ist lang und klangvoll: Visionquest, Great Stuff, Desolat, Sei Es Drum, Trapez, Watergate oder Cocoon – auf dem im letzten Jahr „Countach“ erschienen ist.

Butch


Beim ersten Hören fällt der besonders dicke, runde und irgendwie räumliche Bass positiv auf. Wie ist das Bass-Fundament zu „Countach“ entstanden?

Ich hatte richtig Bock eine oldschoolige, 80er-Italo-Nummer zu machen, mit einem Touch Techno. Als mir die Idee für den Song kam, musste ich immer wieder an meinen Traumwagen meiner Kindheit denken – den Lamborghini Countach. Der Song und das Auto – das passt einfach perfekt! Für die Bassline habe ich meinen Juno 6 abgestaubt und die Puls-Wellenform genommen, den Filter geschlossen, ab und an mal aufgedreht, verzerrt und dann komprimiert. So ist der entstanden.

Auch das Arpeggio klingt sehr crisp und räumlich. Welcher Synthesizer kann sich dafür verantwortlich zeichnen und wie hast du den Sound weiter bearbeitet?

Das Arpeggio ist aus dem Jupiter 8 entstanden, doch habe ich dafür die Sägezahn-Welle genommen. Dazu habe ich 10 Prozent Whitenoise gemischt, einen Delay, einen Flanger und einen Chorus draufgehauen, komprimiert und dann leicht übersteuert.

Wie hast du den Groove kreiert und aus welchen Quellen stammen deine Drums? Wie sieht die Effektkette auf deiner Drumspur aus?

Bei mir hat jeder einzelne Drumsound seine eigene Spur, die ich dann auf drei verschiedene Busse zusammenlaufen lasse. Dafür habe ich die 808 benutzt und ein paar Drum-Samples, die bestimmt so zwanzig Jahre aufm Buckel haben. Die hab ich dann übersteuert und gefiltert – und voilà!
Im Break setzt dann das sehr sphärische Pad ein und setzt den track auf eine Ebene. Wie hast du diesen sehr noisigen Sound gemacht und die Harmonien gefunden?
Im Grunde genommen sind das einfach drei Akkorde in einer recht klassischen Progression. Die Pads feuern da dann echte Violinen aus dem Omnisphere, Chorgesang und einen Jupiter Pad gemeinsam ab.

Wie sieht eigentlich der Workflow in deinem Studio aus? Zu welcher Tageszeit arbeitest du am liebsten dort?

Ich bin eigentlich an jedem Tag, an dem ich nicht auflege, im Studio. Im Grunde genommen Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr.

Hast du diesen Track selber gemixt und gemastert? Inwiefern gehört der Mixing-Prozess für dich zum Komponieren dazu?

Ich mixe immer selbst, aber manchmal ist es sinnvoll, auch auf Tipps von anderen zu hören. Amir hat mir noch geraten, das Verhältnis von Bassline zu Bassdrum zu bearbeiten, damit die Kick besser durchkommt. Hab ich zwar nicht gemacht, aber im Nachhinein finde ich, dass er recht gehabt hat.

Verrate uns bitte noch einen den besten Studiotrick, den du durch deine Erfahrung gelernt hast:

Das Beste, was angehende, aber auch schon fortgeschrittene Producer machen können, ist nachzubauen, was sie gut finden. Also schnappt euch Tracks, die ihr fett findet und reproduziert sie. Dadurch lernt man, was funktioniert, was man noch lernen muss und man wächst automatisch als Producer.

Du hast dir gerade ein neues Studio gebaut und eingerichtet, Worauf achtet man denn besonders, wenn man wirklich vom Grundstein aus ein Studio baut? Was ist der schwierigste Part dabei?

Für mich war es wichtig, zu Hause zu sein. Zuerst wollte ich es im Keller haben, aber da hätte ich Probleme mit der Lautstärke bekommen. Der Garten hat sich angeboten, war zuerst irgendwie unrealistisch, aber es wurde dann doch ziemlich gut. Sound ist trotz der Fenster ziemlich gut, ich habe eine gute Raumakustik hinbekommen.

 

Noch mehr Track-Checks:
Isolée – Beaut Mot Plage (Playhouse)
SBTH – Ribolla (Lossless)
Matthias Meyer – November Rain (Watergate)
Axel Boman – Purple Drank (Pampa Records)
Sascha Funke – Mango (BPitch Control)
Format:B – Chunky (Formatik)
CamelPhat & Elderbrook – Cola (Defected)

Justus Köhncke – Timecode (Kompakt Records) 
Frankey & Sandrino – Acamar (Innervisions)

Oxia – Domino (Kompakt)

Andhim – Tosch (Superfriends)
Gabriel Ananda – Ihre persönliche Glücksmelodie (Karmarouge)

Ninetoes – Finder (Kling Klong)
Die Vögel – Blaue Moschee (Pampa Records)

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