Foto von Sebastian Weindel

Wenn nach dem Erfolg der Absturz folgt: Laserkraft 3D und das Scheitern / Foto von Sebastian Weindel


Ein Hit ist ein Hit. Ein großer Hit kann aus einem bis dato unbekannten Act über Nacht einen Star machen. So geschehen bei Wankelmut, Robin Schulz oder Laserkraft 3D. Doch was kommt nach dem Hit? Was passiert, wenn das Follow-Up floppt? Was, wenn das Publikum immer nur den einen, großen Hit hören möchte? Ein ungeheurer Druck baut sich auf. Ein Druck, der viele Acts vor eine unfassbar große Herausforderung stellt. Nils Reinhard, eine Hälfte von Laserkraft 3D, hatte einen Burnout und Depression. Aber er hatte auch den Mut, darüber zu sprechen. In Mannheim berichtete er vor einer Woche über sein persönliches Scheitern. Aber lassen wir ihn zu Wort kommen.

Heute vor einer Woche durfte ich die Gelegenheit nutzen, auf der FuckUp Nights Mannheim in einer tollen Atmosphäre über gesellschaftlich gesehen eher unangenehme Dinge zu sprechen: Scheitern. In diesem Fall ganz persönliches Scheitern. Ich erzählte vom Start des Projekts Laserkraft 3D, das wir mit kindlicher Euphorie, Leichtigkeit und Überzeugung starteten, den anschließenden 0-auf-100-Aufstieg in Überschallgeschwindigkeit mit dem aller ersten Release und den anschließenden Overkill und Kampf gegen Windmühlen. Aber vor allem erzählte ich das erste Mal öffentlich über meinen Burnout samt Depression, die mich von einer Nacht auf die andere übermannten und eine lange Zeit fesselten. Ich erzählte, wie mein Ehrgeiz mich dahin trieb, wie es überhaupt so weit kommen konnte, obwohl ich eine unfassbar tolle Zeit erleben durfte. Ich sprach darüber, wie man sich wieder regenerieren und die Chance nutzen kann, die vom Negativen überschattete Zeit in etwas Positives umzuformen. Aus dieser Phase heraus lernte ich nicht nur mich, meine Ziele und meine Bedürfnisse besser kennen, ich nutzte die Zeit und entwickelte eine Dramedy-Serie (Drama & Comedy) über die elektronische Musikbranche, mehr noch – über die Generation Y und all ihre Vorzüge und Probleme – in die meine Erfahrungen einflossen und deren Entwicklung eine therapeutische Wirkung auf mich hatte. Ich fand anschließend einen der stärksten Partner Deutschlands zum gemeinsamen Ausarbeiten des Serienprojekts: Pantaleon Films (Dan Maag, Matthias Schweighöfer).
Ich bin dankbar, dass es eine Plattform gibt, bei der Scheitern in jeglicher Form sinnvoll und gesund beleuchtet wird und als genau das, was es auch ist, behandelt wird: Als eine wichtige Erfahrung, ein Geschenkt und eine große Chance für Verbesserung. Denn da gibt es bei den neidischen und schadenfrohen Deutschen leider noch ganz großes Nachholbedarf
An der Stelle will ich auch noch auf meine Website und meinen Instagram-Account hinweisen, denn hier werde ich demnächst mehr Infos und Bilder über den Entwicklungsprozess der Serie, die sich aktuell in Finanzierungsphase befindet, veröffentlichen:
-> www.nielsreinhard.de (hier erscheint demnächst ein Blog)
-> www.instagram.com/nielsreinhard/

Das könnte euch auch interessieren:
Gary D. ist tot
Jan Leyk disst Robin Schulz
Unsere Lieblingsklassiker in einem Set