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!K7 Records läutet eine neue Runde „DJ-Kicks“ ein und bittet mit Manfredi Romano aka DJ Tennis einen der aktuell heißesten Akteure der Szene zum Tanz. Der italienische Labelgründer von Life And Death präsentiert dabei ein Novum in der über 20-jährigen Geschichte der Mix-Reihe – erstmals liefert ein DJ zwei Mixe ab. Mix 1 ist ein auf niedriger Flamme köchelnder Electronic-Trip mit viel Piano- und Synthie-Elementen, Broken Beats sowie geschmeidigen und subtilen Grooves, während sich Mix 2 wesentlich energetischer zeigt und perfekt für sonnige Nachmittage oder lange Roadtrips funktioniert. Eine stetig ansteigende atmosphärische Dichte aus House und Techno, die in einem glückseligen Finale mündet. Vier exklusive Tracks umfassen die beiden Mixe: Einen neuen Track von DJ Tennis in Kooperation mit Fink, Tennis-Versionen zweier Tunes von Pole und Frank Bretschneider sowie einen Track von Red Axes. Hier präsentiert Romano zehn seiner für ihn wichtigsten Titel.

Fugazi – Repeater (1990) Fugazi - Repeater
Das ist eine der wenigen Bands, wo die gesamte Diskografie konstant und solide, einfach Weltklasse ist. Fugazi haben meinen Weg, Musik zu produzieren, eindeutig geprägt, da sie die Power von Punk-Musik mit funky Rhythmen und minimalen Elementen kombiniert haben. Auch wenn es um Konzerte ging, war die Band immer einzigartig.

Thomas Brinkmann – Rosa (2000) Thomas Brinkmann - Rosa
Dieses Album hat mich und auch viele andere zum „realen“ Minimal-Techno geführt. Eine Mixtur aus Funk, Oldschool-House-Elementen und experimentellem Glitch aus den späten 90er-Jahren. Thomas Brinkmann hat mit Pole, Frank Brettschneider und weiteren definitiv eine neue musikalische Ära eingeleitet.

Mark Hollis – Mark Hollis (1998) Mark Hollis - S:T
In den 80er-Jahren bewegte ich mich stark im britischen Pop und der gesamten New-Wave-Szene. Talk Talk waren damals schon anders als der Mainstream – und für mich absolut unterschätzte Talente zu der Zeit. Mit diesem Album hat Mark Hollis, der Sänger der Band, kurz vor seinem Verschwinden aus dem Musik-Business eines der besten Song-Writing-Stücke aller Zeiten abgeliefert. Bis heute. Ich bin stolzer Besitzer zweier Original-Vinyls dieses meditativen und poetischen Werks.

Miles Davis – Kind Of Blue (1959) Miles davis - Kind of Blue
Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Jazz-Platte, in die ich mich bedingungslos verliebt habe. Mein Vater hatte die Scheibe in seinem Regal stehen, als ich geboren wurde, sodass ich also tausende Male zugehört habe. Die Magie, die hier vorherrscht, hält sich bis heute in der futuristischen Jazz-Komposition. Auf dem Album wird das gesamte Sextett von Davis gefeatured. Pianist Bill Evans, Drummer Jimmy Cobb, Bassist Paul Chambers und die beiden Saxofonisten John Coltrane und Julian „Cannonball“ Adderley.

Sun Ra – Space Is The Place (1973) Sun Ra - SPACE IS THE PLACE
Ras Diskografie war schon immer so eklektisch wie umfangreich. Jazz-Elemente mit avantgardistischen Experimenten, kulminiert mit Pop- sowie Piano-Passagen. Die unglaubliche Vielseitigkeit und der futuristische Ansatz darin beeinflussen meine Fähigkeit, durch Genres zu wandern, wenn ich Musik mache und spiele.

Boards of Canada – Hi Scores (1996) Boards of Canada - Hi Scores
Bevor Boards of Canada bei Warp Records gesignt wurden, veröffentlichten sie bei Rob Halls Skam Records dieses wunderschöne Mini-Album. Oder Maxi-EP, wie man möchte. Für mich der bislang beste Output des schottischen Duos. Sie haben insgesamt vielleicht drei- oder viermal live performt und ich war 1999 in London dabei. Eine beeindruckende Reise durch analoge bzw. auf Computern generierte Sounds.

Godspeed You Black Emperor – Lift Yr. Skinny Fists, Like Antennas To Heaven … (2000) Godspeed you Black Emperor - Lift your skinny fists like antennas to heaven
Hier ist jeder Track ein Soundtrack. Dieses Projekt aus Montreal hat einen so unfassbar cineastischen Ansatz, dass ich mich mehr als glücklich schätze, einige Male als Tour-Manager dabei gewesen zu sein, als sie in Italien waren. Ihre Show war unglaublich. Und die Musik vollgesaugt mit Bezügen zu Ennio Morricone und anderen Filmemachern.

The Beatles – Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) The Beatles - Sgt Pepper’s Lonely Hearts Club Band
1967 war generell ein wichtiges Jahr. Pop-Bands entdeckten psychedelische Drogen. Dieses Album ist mein Favorit von dieser fantastischen Vierer-Combo. Es war damals eine unfassbar zukunftsorientierte Komposition, auch die Aufnahme-Techniken waren zu dem Zeitpunkt auf einem gänzlich anderen Level als damals üblich.

Aphex Twin – Selected Ambient Works (1992) Aphex Twin - Selected Ambient Works
Wenn wir über IDM und seine Essenz sprechen, sind die Werke von Richard D. James von 1985 bis 1992 definitiv an erster Stelle zu nennen. Diese Sachen hier haben damals schlicht und ergreifend das Rad neu erfunden und alles verändert. Ich kenne kaum Sachen, die mehr und stärker beeinflusst haben als das. Wahnsinn.

Radiohead – Kid A (2000) Radiohead - Kid A
„Everything in it’s tight place“ sind die ersten Worte, die man beim ersten Track auf diesem Album hört. Aufgrund der elektronischen Elemente und der Synthie-Sounds ist dieses Indie-Album wahrscheinlich das, was Produzenten elektronischer Musik am meisten ans Herz geht. Ich habe dieses Album immer auf Dauerrotation gehört und tue das eigentlich noch immer. Es gibt auf diesem Langspieler wirklich keinen schlechten Song. Masterpiece.

Aus dem FAZEmag 065/07.2017

Weitere Wegweiser:
The Mover aka Marc Acardipane
Nick Höppner
Jori Hulkkonen
Dusty Kid
Marcus Worgull
H.P. Baxxter/Scooter