Techno-Fans aufgepasst! Hier ein Versuch, um euch von der dunklen Seite der Macht abzuwenden. House scheint bei vielen Techno-Heads in Deutschland ein Unwort zu sein, da viele ein verzerrtes Bild von dem Genre haben. House ist mit Sicherheit nicht so hart und schnell wie Techno, kann aber trotzdem gerne mal krude, ordentlich nach vorne treibend oder „auf die Fresse“ sein – und das untermauern diese zehn Tracks:

Jacob B – The Weapon
Der Name ist hier Programm. Ein Warehouse-Stomper der brachialer nicht hätte sein können. Jacob B hat einige Tracks vorzuweisen, die brutal nach vorne gehen und mit druckvollen Drums auch Techno-Liebhaber überzeugen, dass House nicht immer nur fluffig und weichgespült sein muss.

WK7 – Do It Yourself
Shed brachte 2012 unter seinem WK7-Alias diese Old-School-Nummer heraus, die Teil vom Katalog des Power-House-Labels ist, wo man ähnliche Stücke findet. Der Hype um das Label war bzw. ist groß – zugegebenermaßen berechtigt, da René Pawlowitz dafür bekannt ist, zeitlose Tracks im 90er-Rave-Style rauszuhauen.

Unit 2 – Sunshine (Kink Remix)
Kinks Remix von „Sunshine“ lässt einen ebenfalls in Nostalgie schwelgen. Das Original ist 1992 auf Happy Records, der Detroit- und Deep-House-Abteilung von Underground Resistance, erschienen. Kink brilliert mit diesem Rework, das durch sein Boiler-Room-Set in Moskau viel Zuspruch in der Kommentarsektion auf Youtube bekam, in dem der Bulgare seinen Edit live spielte. Später kam der Remix dann auf Vinyl heraus und war – große Überraschung – schnell vergriffen.

G.O.D. – Untitled
G.O.D. – das steht nicht etwa für Gott, sondern für „guaranteed overnight delivery“. Hinter dem ersten Release von G.O.D. stecken Simon Firmin und Grant Nelson, zwei einflussreiche Vertreter des UK-Garage-House-Sounds, den man in Deutschland eher seltener vorfindet. Nichtsdestotrotz ebenfalls ein nach vorne peitschender Song.

Latmun – Def
Okay. Genug von der alten Schule. Obgleich kontemporärer Tech House seinen Ruf weg hat, sollte man diesen Track von Latmun nicht außer Acht lassen. In typischer Snare-Roll-Manier baut „Def“ Spannung auf, die sich mit einem verstimmten Polysynth auf massive Art und Weise entlädt. Der Synthie beim Drop erinnert doch irgendwie an Kirmes – im positiven Sinne. Abfahrt!

Ron Costa – Oslo Museum
Ein weiteres Tech-House-Brett liefert Ron Costa mit „Oslo Museum“. Simpel aber effektiv, gespickt mit einfallslosen, aber funktionalen White-Noise-Build-Ups, macht das Stück doch schon was her, gerade durch die groovige Percussion-Sektion und die aalglatte Bassline.

Paranoid London – Dunn 4 Money
Der obligatorische Acid-Track darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Durch Amelie Lens und Charlotte de Witte, die in ihren Sets öfters mal Songs mit Acid-Lines spielen, ist dieses Ur-Genre der elektronischen Tanzmusik wieder in den Vordergrund getreten. 303s sind nach all den Jahren immer noch präsent – auch auf House-Scheiben.

Dirtbox – SMMFD
Wer Ellen Alliens Cercle-Mix kennt, weiß, dass sie diesen Track elegant in ihrem Techno-lastigen Set eingebaut hat. Diese Ghetto-House-Nummer lässt Techno-Herzen höher schlagen. Punkt.

DJ Swagger – Glock & Gualla
Mehr Gangster-Shit? DJ Swagger, der auch unter dem Synonym Interstate releast, zieht mit „Glock & Gualla“ das Tempo an. Hart, dark und trotzdem deep. Nicht ganz lo-fi, nicht ganz clean.

Wax – No. 30003 (B)
Okay – der hier fällt nicht in die House-Kategorie, oder? Dub-Techno der Extraklasse von Wax aka Shed (wie viele Pseudonyme hat der eigentlich?). Bei genauerem Hinhören fällt auf, dass sich ab dem ersten Drittel im Hintergrund ein geshuffelter House-Groove eingeschlichen hat. Daher hat dieser Track es in die Liste geschafft. Möge die hitzige Genre-Diskussion beginnen!

 

 

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