
30 Tonnen Kokain. Allein diese Zahl klingt eher nach Netflix-Drehbuch als nach realem Polizeieinsatz. Doch genau diese Menge haben spanische Ermittler kürzlich auf einem Frachtschiff vor der Küste Westafrikas sichergestellt. Es ist einer der größten Kokainfunde, die jemals auf See gemacht wurden. Die Drogen sollen einen Straßenwert in Milliardenhöhe haben.
Das Schiff war unter der Flagge der Komoren unterwegs und laut Behörden auf dem Weg von Sierra Leone Richtung Libyen. Gestoppt wurde der Frachter in einer internationalen Aktion gemeinsam mit spanischen Ermittlern, der US-Drogenbehörde DEA und niederländischen Behörden. An Bord fanden die Ermittler über tausend Pakete voller Kokain. Fein säuberlich verstaut, professionell organisiert und offenbar bereit für die nächste Etappe Richtung Europa.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drogen ursprünglich aus Südamerika stammen. Liegt nahe, denn Koks ist nicht unbedingt das Hauptexportgut von Afrika. Der Plan soll gewesen sein, die Ladung auf hoher See auf kleinere Schnellboote umzupacken. Klassische Vorgehensweise der Schmuggler: große Mengen möglichst unauffällig übers Meer bewegen und kurz vor Europa dezent verteilen.
Dass mittlerweile solche Dimensionen erreicht werden, zeigt vor allem eins. Der Kokainmarkt in Europa boomt weiter massiv. Während früher Container mit ein paar hundert Kilo Schlagzeilen machten, reden Ermittler inzwischen über Tonnenladungen. Immer größer, immer professioneller, immer internationaler.
Genug Kokain für mehrere Festivalsaisons
Besonders absurd wirkt dabei die gigantische Menge. 30 Tonnen Kokain entsprechen Millionen einzelner Konsumeinheiten. Das ist genug Stoff, um vermutlich mehrere Festivalsaisons gleichzeitig zu „versorgen“.
Die komplette Besatzung des Schiffs wurde festgenommen. Man ermittelt bereits gegen alle Crewmitglieder. Aber die Behörden sprechen bereits von einem Rekordfund. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass selbst solche riesigen Sicherstellungen nur einen kleinen Teil des weltweiten Handels sichtbar machen. Neben den Drogen haben die Behörden auch zahlreiche Waffen und Munition auf dem Schiff sichergestellt. Verständlich, denn solch eine wertvolle Fracht muss ja auch entsprechend geschützt werden.
Quelle: deutschlandfunk.de
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