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Festival-Todesfälle – Studie fordert vermehrt Drug-Tests


Mehrere Tragödien auf Festivals in den vergangenen Wochen und Jahren lösten einen medialen Fokus aus, weshalb sich Forscher damit beschäftigten vorhandene Daten auszuwerten, um festzustellen welche Todes-Ursachen die häufigsten auf Festivals sind. Demnach ist es um so wichtiger, solche Daten festzuhalten und weiterzuforschen, damit Veranstalter und Behörden besser organisieren können und weitere Todesfälle im Vorfeld vermeiden können.

Forscher der University of British Columbia und University of Victoria haben 722 weltweite Todes-Fälle, die zwischen 1999 und 2014 auf Festivals passierten, untersucht. Ein Großteil dieser Tragödien passierte durch Gedränge und Massenpanik, in Zusammenhang mit motorisierten Fahrzeugen und baulichen Zusammenbrüchen. Ganz klar gehen unsere Gedanken hier an die Loveparade in Duisburg und auch an das Feuer auf der DIY-Party in Oakland neulich. Aber auch Terror und andere Angriffe waren für Verstorbene auf Festivals verantwortlich. Auch das können wir an jüngst passierten Ereignissen bestätigen (Silvester in Istanbul und die Schießerei auf dem BPM-Festival).
Bei Todesfällen ohne Gewalt-Einwirkung waren zu 75 Prozent eine Überdosis an Drogen Todes-Ursache. Hier haben wir ebenso aktuellen Bezug auf kürzlich geschehene Tragödien. Die restlichen 25 Prozent sind auf natürliche Ursachen, Umwelt bezogene Ursachen oder nicht bekannten Ursachen zurück zu führen.
Diese Studie rät dazu, dass Daten von solchen Tragödien besser gesammelt und verwaltet werden sollten, damit bessere Maßnahmen zum Schutz der Festivalbesucher getroffen werden können.
„Angesichts der Tatsache, dass 75 Prozent der nicht-traumatischen Todesopfer bei Musikfestivals mit Alkohol und / oder mit Drogen zusammenhängenden Faktoren verbunden sind, ist Forschung notwendig, um die Häufigkeit, die Rolle und die Risiken von Alkohol- und Drogenbedingten Schäden und Todesfällen bei Musikfestivals zu verstehen.(…) Weil Daten nicht systematisch gesammelt und öffentlich gemeldet werden nach dem Ereignis, die tatsächliche Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Musikfestival Anwesenheit ist schwer zu bestimmen, aber die Zahl der Vorfälle verursacht Todesopfer scheint zu steigen“, sagen die Autoren der Studie, deren Forschung in der Zeitschrift Prehospital Disaster Medicine veröffentlicht wird.

Derzeit laufen wichtige Debatten darüber Drogen-Tests einzuführen. Dies ist ein Thema, was nicht nur Europa betrifft. Auch in Kanada und Australien wird das Thema heiß diskutiert.
Diese Studie appelliert an alle Veranstalter und den verantwortlichen Behörden, dass es genehmigt werden solle, dass Festivalbesucher ihre Droge checken lassen können, bevor man etwas stark Verunreinigtes oder zu hoch Dosiertes konsumiert mit tödlichen Folgen.
Angesichts, dass zusätzlich immer mehr Substanzen auf den (Drogen-) Markt kommen, die noch kaum untersucht und bekannt sind, ist ein Drug-Test eigentlich unabdingbar.

Es ist gut, dass sich Wissenschaft, Behörden und Veranstalter so wie Club-Besitzer ernsthaft damit beschäftigen diese Drug-Tests in das Party-Leben einzuführen. Weshalb es immer noch nicht Gang und Gebe ist, liegt größtenteils auf behördlicher und gesetzlicher Seite. Wir finden, dass Prävention in jedem Fall wichtig und richtig ist. Man kann nun mal nicht die Augen davor verschließen, dass Drogen konsumiert werden. Man muss aufgeklärt damit umgehen und fortschrittlich handeln. Sonst heißt es irgendwann, dass Festivals gar nicht mehr stattfinden. Und das wollen wir nun wirklich nicht.

Bild:Wikipedia

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