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Mit gerade mal 18 Jahren trat Culoe De Song erstmals und eindrucksvoll in Erscheinung – mit seiner Debüt-EP „The Black Forest“, die auf dem hochgeschätzten Label Innervisions veröffentlicht wurde. Das ist mittlerweile sieben Jahre her und es folgten weitere EPs auf dem Berliner Label sowie auf Mule Musiq. In seiner Heimat Südafrika, wo Housemusik aber auch viel weniger Nische ist als bei uns, ist er ein sehr bekannter und respektierter Künstler, dort hat er auch schon drei Alben auf Black Coffees Label Soulisitic veröffentlicht. Mit seinem neuen Album geht er nun einen Schritt weiter, bzw. betritt neue Territorien: „Washa“ wird weltweit veröffentlicht. Es ist höchste Zeit, dass dieser talentierte DJ und Produzent auch in unseren Breiten ein größeres Publikum erreicht.

Es gibt aber direkt noch eine Premiere, denn das Album wird auf seinem neuen Label De Song Music veröffentlicht. „Das Label hat meine Karriere von geschäftlicher Seite aus strukturiert und ist so gewachsen, dass es nicht nur mir als Culoe De Song dient, sondern auch bei der Expansion, der weltweiten Veröffentlichung meines Albums, hilft. In der Zeit, in der ich ,Washa’ produzierte, habe ich viel über das Musik-Business gelernt. Was auch bedeutete, dem internationalen Markt Zeit zu geben, um ihn wissen zu lassen, dass wir ein Produkt mit einem Konzept dahinter anbieten.“
Ein Konzept, das 18 Tracks umfasst, die seinen einzigartigen Stil, eine Art Afro-Tech-Hybrid, transportieren und eine spirituelle Geschichte erzählen – davon, Glauben ins Leben zu bringen, sowie von Musik als Erlösung und Transporter von Botschaften. „Wir sind alle spirituell. Ich denke, dass wir nur verschiedene Ebenen dieses Bewusstseins haben. ,Washa’ ist eine hervorragende Reflexion meines Bewusstseins. Gefühle wie Zweifel oder Angst nehmen wir auf unserem Lebensweg auf und es sind kulturelle Dinge wie Musik, die uns darüber hinwegbringen. Musik hat mir die Möglichkeit gegeben, mit meinem höheren Ich in Kontakt zu kommen, und hat mir geholfen, all diese unerwünschten Dinge des Lebens zu löschen – inklusive meiner ursprünglichen Ängste.“
Diese Spiritualität als Teil seiner Kultur ist auch der größte Unterschied zu Europa. „Housemusik ist ein großer Teil unserer Ausdrucksweise. Unsere Szene ist immer noch ein Gemälde unserer getrennten Geschichte, doch mit mehr und mehr Offenheit verändern wir langsam diesen Zustand mit der Macht, die unsere Musik hat.“ Und zusammen mit seinem frühen Förderer und Freund Black Coffee baut er auch einen Weg, auf dem noch viele weitere Künstler aus seiner Heimat folgen werden. Culolethu Zulu, wie sein bürgerlicher Name lautet, ist auch ein Träumer und er glaubt an die Kraft der Musik, die für ihn und viele seiner Landsleute nicht nur aus ein paar Tönen besteht, zu denen man sich bewegen kann, sondern mit denen man auch was bewegen kann. So reist er auch regelmäßig rund um den Globus, um diese Botschaft dem Rest der Welt zu präsentieren. Im Juli bekommen wir die Gelegenheit, dieser Botschaft zu lauschen, wenn er nach Köln und Berlin kommt. Und tanzen werden wir dann auch. / Tassilo Dicke

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