Ja, wir können es auch nicht mehr hören, nützt aber keinem. Umso erfreulicher, dass die Clubszene anscheinend lösungsorientiert an die Sache rangeht, statt in Hysterie zu verfallen. Klar, wir nehmen den Virus ernst aber irgendwo muss es doch auch Licht im Tunnel zwischen Festivalabsagen und Massenpanik geben. Mit der Laterne voraus geht jetzt der KitKatClub in Berlin. Mit einem Posting auf Facebook haben sie sich dazu geäußert wie sie mit der Situation umgehen werden und haben aus unserer Sicht erstmal alles richtig gemacht. Den Post haben wir euch hier verlinkt. Für alle Ungeduldigen hier die Facts, die lange Version am Ende des Artikels:

  • Garderobe verlegt sich in den Hof da mehr Platz
  • Vor Eintritt in den Club müsst ihr eine Mailadresse hinterlegen, falls Infektionen bekannt werden.
  • Für alle Nicht-Berliner die aus Gebieten mit hoher Infektionsrate kommen gelten verschärfte Einlassregeln
  • Geplante Party durch „Life is a Circus“-Party ersetzt da viele Gäste aus Norditalien erwartet wurden
  • Bleibt gesund, passt auf euch auf und Händewaschen nicht vergessen.

Ach ja, Ingaz Semmelweis sorgte übrigens dafür, dass Desinfektionsmittel für die Hände zur Pflicht in Krankenhäusern wird. Gern geschehen.

 

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Liebe Gäste aus Nah & Fern!

Feiern in Zeiten von Corona – geht das & darf man das?

Diese beiden Fragen beschäftigen mich seit Anfang letzter Woche. Am Freitag war ich dann kurz davor, den Club für das Wochenende zu schließen. Einfach deshalb, weil jeder laufende Club alle Voraussetzungen, den Virus zu übertragen, bestens erfüllt, und wir nicht in Gänze auf die Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes für „Großveranstaltungen“ vorbereitet waren. Über diese Möglichkeit haben alle Mitarbeiter dann abgestimmt. Fast alle wollten die Partys durchführen, wer Sorgen hatte, wurde freigestellt. Noch in der Nacht haben wir dann einen Informationsflyer in Deutsch & Englisch erstellt & verteilt, um alle Gäste für das Thema zu sensibilisieren.

An dieser Stelle möchte ich kurz ausführen, warum ich die Corona-Infektion anders betrachte als eine Grippeerkrankung. Der Hauptunterschied ist die Inkubationszeit, also die Zeit, in der man schon Überträger/in sein kann, ohne es zu wissen. Die Grippe zeigt sich ratzfatz, der Corona-Virus lässt sich im Zweifel 14 Tage Zeit! Das bedeutet, dass potentiell einfach sehr viel mehr Leute angesteckt werden können als bei einer Grippe. (Und der Besuch bei den „älteren“ Eltern sollte vielleicht 14 Tage ausfallen, wenn man denkt, an irgendeinem „Corona-Hotspot“ gewesen zu sein) An dieser Stelle muss sowieso jeder/jede seine/ihre eigene gut durchdachte Entscheidung treffen.

Diskussionen, ob diese Überlegungen nun übertrieben sind, will ich nicht führen, weil das eben niemand GENAU weiß. (Ich denke dabei direkt an Ignaz Semmelweis. Wer nicht weiß, wer das ist – werfe doch schnell die Suchmaschine an!). Für meine Begriffe kann es jedenfalls nicht schaden, einige Verhaltensweisen zu ändern & empfohlene Richtlinien für Veranstaltungen einzuhalten.

Das heißt für den KitKat:

1. Ab dieser Woche öffnen wir bei allen größeren Partys & IMMER Samstag die Garderobe auf dem großen Hof, weil es dort möglich ist, einen größeren Abstand zu anderen Gästen zu halten als an der Innengarderobe.

2. Bevor Ihr den Club betreten dürft, sammeln wir Eure E-Mailadressen ein, um Euch informieren zu können, falls die Erkrankung eines Gastes später bekannt werden sollte. Die Adressen geben wir in diesem Fall auch dem Gesundheitsamt des Bezirks weiter. Ansonsten werden sie nach 4 Wochen gelöscht. (Wir verkaufen sie ganz sicher nicht weiter 😊)
Damit das Sammeln der Adressen schnell geht, haben wir eine Mailadresse eingerichtet, an die jeder vor Ort mit seinem Smartphone eine Mail schickt. Diese verifizieren wir, indem eine automatische Rückantwort von unserem Rechner mit Informationen über die Thematik gesendet wird. In dieser Mail ist auch eine weitere Mailadresse enthalten, die wir Euch bitten anzuschreiben, falls Ihr in den Wochen nach Euerem Besuch positiv auf den Virus getestet werden solltet. Diese Information ist für uns ausgesprochen wichtig! Denn so können unsere Mitarbeiter für sich entscheiden, ob sie zur Sicherheit auch einen Test machen wollen, falls es einen näheren Kontakt gegeben haben sollte.

3. Alle Gäste, die aus einem Dörfchen, einem Städtchen, einem Bundesland oder einem anderen europäischen Land mit einer hohen Infektionsrate kommen – bitte ich den Club aktuell nicht zu besuchen. Außer: Sie haben bereits einen Test gemacht & sind sich sicher, kein Überträger/ keine Überträgerin zu sein & das auch überzeugend darlegen können. An dieser Stelle appelliere ich an die Ehrlichkeit jedes/jeder Einzelnen – und bitte dann auch darum, unsere Entscheidung zu respektieren, wenn wir den Einlass verwehren sollten. Im Moment erachte ich das einfach als sinnvoll – diese Entscheidung ist ja auch nicht für die Ewigkeit.

4. „Vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen!“
Diesen Satz kennen alle Ostkinder und auch ich, weil meine Mutter aus Weimar kommt. Wie man es richtig macht (wenns gerade wichtig ist) wissen im Allgemeinen nur Ärzte oder in der Pflege tätige Menschen. Dazu hängen wir Informationsblätter aus & haben sogar ein paar Filme aufgetrieben, die das „lustig“ illustrieren. Neben allen Waschbecken haben wir Desinfektionsspender (das wissen ja hoffentlich alle).

5. Ich wünsche uns allen, dass wir uns – egal wo – nicht anstecken!

6. Die Gegen-Party hat für sich entschieden (weil zu dieser auch sehr viele Gäste aus Norditalien anreisen), die März-Party ausfallen zu lassen. Stattdessen findet die „Life is a Circus“-Party statt. Das trifft es ja gerade.

7. PS: Das Wort „Corona“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Strahlenkranz“ oder auch „Fröhliche Runde“. Das heißt jetzt aber nicht, dass wir „Corona-Partys“ feiern wollen ….

Haltet die Ohren steif!
Kirsten & Thaur

Foto/Logo: Facebook-Seite KitKatClub