Das BKA hat die drei Hauptbetreiber des Online-Drogenhandels „Wall Street Market“ verhaftet und deren Server beschlagnahmt. Neben Drogen wurden auch gefälschte Ausweise und ausgespähte Daten verkauft.

Unterstützt wurde die deutschen Beamten von Fahndern aus den USA und den Niederlanden. Das Repertoire der Onlineplattform enthielt alle gängigen Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetamin. Es wurden aber auch andere Dinge veräußert. Jedoch gab es schriftliche Vorgaben, welche Dinge auf der Plattform verboten waren. Dazu zählten unter anderem Waffen und Kinderpornografie.

Kurz nach Ostern wurden drei deutsche Verdächtige im Alter von 22, 29 und 31 Jahren festgenommen. Es gab 1.150.000 Kundenkonten, 5.400 Verkäufer und rund 63.000 Verkaufsangebote. Gehandelt wurde hauptsächlich mit den Kryptowährungen Bitcoin und Monero. Zwischen zwei und sechs Prozent der 40 Millionen Euro Umsatz gingen an die Verdächtigen.

Gefunden wurden Bargeldbeträge in Höhe von 550.000 Euro und Kryptowährungen in sechsstelliger Höhe. Zudem wurden mehrere hochwertige Fahrzeuge konfisziert. Die US-Behörden FBI und DEA beteiligten sich an den Ermittlungen, weil viele der Verkäufer und Kunden in den Vereinigten Staaten lebten. In Los Angeles wurden bereits zwei der größten Händler festgenommen. Diese sollen vor allem mit Methamphetamin und Fentanyl gehandelt haben.

Neben den US-amerikanischen Behörden half auch Europol die Cyberkriminellen dingfest zu machen. Nun hat das Amtsgericht Gießen einen Haftbefehl wegen „gewerbsmäßiger Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln“ angeordnet. In Angesicht der Größe des Online-Marktes erwartet sie wohl eine hohe Haftstrafe. Laut Angaben soll „Wall Street Market“ die weltweit zweitgrößte Darknet-Plattform für Drogen gewesen sein.

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