Ein ganzer Zoo an tierischen Sprichwörtern tummelt sich in unserem alttäglichen Wortschatz. So haben wir mal Schwein, mal war alles für die Katz, mal schießen wir den Vogel ab und mal haben wir Schmetterlinge im Bauch. Manche Menschen haben einen Vogel, sind Angsthasen, hässliche Entlein oder schwarze Schafe. Wir haben einfach manchmal Bock darauf, diese affengeilen und sauguten Redewendungen in unseren Sprachgebrauch zu integrieren, auch wenn manche auch mal ein dicker Hund sein können. Schauen wir uns deshalb einige mal genauer an. Klappe zu, Affe tot!

Jeder hat manchmal „Null Bock“ etwas zu tun. Hiermit ist nicht das Desinteresse an männlichen Ziegen gemeint. Das Wörtchen Bock stammt von dem Wort bokh, was in der früheren Sinti und Roma Sprache soviel wie Hunger bedeutete. „Null Bock“ zu haben heißt also eigentlich, dass man gerade keinen Hunger hat. Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich also „keinen Hunger zu haben“ in „keine Lust auf etwas zu haben“ um.

Stur wie ein Esel. Esel haben es wohl dieser Eigenheit zu verdanken Teil des Sprichwortes „Eine Eselsbrücke bauen“ zu sein. In vielen Überlieferungen wird beschrieben, dass Esel sich oftmals weigerten über Brücken zu gehen, welche Lücken zwischen den Brettern hatten, wodurch man die Tiefe unter sich sehen konnte. Erst, wenn man diese Zwischenräume zudeckte, ließen sich die Tiere überreden die Brücke zu passieren. Diese, im Grunde unnötige Hilfe übertrug man im Laufe der Jahre auf das behelfen von Merksätzen um sich etwas zu merken.

Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Dieses merkwürdige Sprichwort haben wir dem vorzeige Schalk Til Eulenspiegel zu verdanken. Einst war dieser Spaßvogel bei einem Bierbrauer beschäftigt, welcher ihm beibrachte wie er aus Gerste, Wasser und Hopfen Bier zu brauen hatte. Besonders deutlich wies er Eulenspiegel daraufhin den Hopfen ordentlich zu kochen. Da der gute Til jemand war der alles beim Wort nahm tat er auch so. Nur leider hatte der arme Bauer auch einen Hund, und dieser hatte den Rufnamen Hopf. Daher nahm er guten Gewissens den Hund und warf ihn in die große Braupfanne. Glücklicherweise kam der verärgerte Bauer rechtzeitig um den Hund zu retten, welcher in der Pfanne wie verrückt hin und her sprang.

Eine seit Jahrhunderte wenig mühselig Art Vögel zu fangen, ist es ganz einfach Äste von Bäumen mit eine klebrigen Substanz, wie etwa heißem Pech, zu bestreichen und abzuwarten bis ein Vogel sich zu einer Ruhepause dort niederlässt. Da das arme Tier, mit beiden Füssen im klebrigen Pech, wenig Chance hat zu entkommen, lässt es sich relativ einfach fangen. Der arme Vogel hat somit Pech, sich den falschen Baum ausgesucht zu haben. Ein echter Pechvogel!

Schmetterlinge im Bauch! Das Enterische Nervensystem, ein Geflecht von Abermillionen Neuronen, befindet sich im Magen-Darm Trakt. Ursprünglich diente es uns dazu, in Flucht- und Kampfsituationen schnell und instinktiv handeln zu können, in dem es Blut aus dem Bauch in die Muskeln pumpt. Es ist aber genauso verantwortlich für das so genannte „Bauchgefühl“ und beeinflusst eine Vielzahl von intuitiven Entscheidungen. Gerade in der Liebe ist oftmals die Rationalität des Gehirns fehl am Platz, weswegen man lieber auf den Bauch hört. Im Englischen umschreibt das Wort flutter das Gefühl welches man in Verliebtheits-Situationen, wie dem ersten Rendezvous, verspürt. Frei übersetzt würde man es wohl mit „flattern“ bezeichnen. Und da man so liebliche Tiere wie den Schmetterling mit dem Flattern assoziiert stellt man sich bildlich vor, dass dort nicht gerade Millionen Neuronen zwischen den dünnen Muskelschichten aktiv sind, sondern bunte Schmetterlinge ihre Runden drehen.

Manchmal fallen wir auf Zeitungsenten rein. Im Französischen steht das Wort canard, was Ente bedeutet, schon lange auch als Synonym für Lüge. Der Ursprung hierfür liegt bei dem früher oft gebräuchlichen Satz „jemand eine halbe Ente geben“. Was bei lebenden Tieren ja nicht geht und somit gleichwertig für Betrug stand. Mit der Entwicklung der Printmedien wurde dieser Ausdruck oft für Flugblätter oder Sensationsmeldungen benutzt, welche oft Falschmeldungen oder maßlose Übertreibungen benutzten, um Käufer zu locken. Durch steigende Popularität wurde dieser Ausdruck auch in andere Länder übernommen und ist uns heute bekannt als die Zeitungsente, welche für Falschmeldungen steht.

Früher wurden Zirkusaffen auf Jahrmärkten häufig in Kisten gehalten, wo sie ihre Kunststückchen vorführen mussten. Verstarb nun so ein Affe, was bei solch scheußlichen Lebensbedingungen durchaus oft vorkam, blieb die Klappe geschlossen und es gab keine Vorführung mehr zu sehen. Man konnte nach Hause gehen, da es nichts mehr zu sehen gab und die Vorführung beendet war. Klappe zu, Affe tot!

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