Symbolbild


Den 22. Oktober 2019 wird die französische Rave-Community womöglich als kein besonders gutes Datum in Erinnerung behalten. Der Grund: Es wurde ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Party-Veranstalter mit harten Anforderungen und Richtlinien konfrontiert. Bei Nichteinhaltung drohen saftige Strafen.

Größter Befürworter der Kampagne ist der republikanische Senator Pascale Bories. Das Hauptziel der Aktion sei demnach, die durch Raves verursachten Aspekte der Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung zu unterbinden.

Wer weiterhin Partys veranstalten will, der müsse demnach folgende Konditionen erfüllen:
– Jede Veranstaltung, an der weniger als 500 Leute teilnehmen, muss bei der Stadt angemeldet werden, sogar dann, wenn sie auf einem Privatgrundstück stattfindet.
– Wer die Richtlinien nicht einhält, der muss empfindliche Strafen erwarten. Neben 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 3750 Euro Geldbuße darf außerdem mit Hausdurchsuchungen, Pfändungen und Polizeiverhören gerechnet werden.
– Zwischen Behörden und Veranstaltern wird ein Vertrag aufgesetzt, der die beschriebenen Einschränkungen schriftlich festhält.

Glücklicherweise gibt es Gegenstimmen, auch innerhalb des Senats. Jerome Durain, Mitglied der sozialistischen Partei, ist der Meinung, dass sich das Gesetz möglicherweise kontraproduktiv auswirken könnte. Die Einschränkungen würden die Veranstalter letztlich nur dazu verleiten, die Partys noch diskreter und somit noch unkontrollierter stattfinden zu lassen.

Mit „Freeform“ hat sich zudem eine Gegenbewegung gebildet, die auf Unklarheiten innerhalb des Entwurfs hinweist: Die Richtlinien seien zu wage formuliert und würden nicht nur auf Raves zutreffen, sondern auf alle möglichen Veranstaltungen, ob Geburtstage oder Privatkonzerte.

Um das Gesetz endgültig in Kraft zu setzen, muss es nun noch von der Nationalversammlung abgesegnet werden. Wir hoffen, dass dass sich unter den Abgeordneten der ein oder andere heimliche Raver befindet, der den Entwurf ablehnt.

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Quelle: Mixmag/Trax Magazine