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Herzschmerzen durch Amphetamin-Konsum


Dass sich Drogen jeglicher Art meist negativ auf die Organe auswirken, ist eigentlich jedem bewusst. Vor einigen Jahren kursierten in den Medien prägnante Fälle aus Krefeld. In kurzen Abständen kamen drei Jugendliche im Alter zwischen 19 und 23 Jahren in die Kardio-Klinik in Krefeld und klagten über Atemnot und massive Schmerzen am Herzen.

Als die Kardiologen den Zusammenhang zwischen den Symptomen und den Konsum von Amphetaminen und Koffein feststellten, wurden weitere 37 Fälle bekannt, bei denen junge Menschen Anfang 20 starke Herz- und Atemprobleme vorwiesen in Zusammenhang mit Konsum von der Partydroge. Die Herzen der jungen Menschen hatten keine Vorbelastungen, aber nach fast täglichem, monatelangem Konsum von Amphe war das medizinische Bild erschreckend. Neben Atemnot und einem Leistungsabfall der Herzmuskulatur stellte man bei den Patienten auch Ödeme fest. Es wurde sofort ein monokausaler Zusammenhang von Herzproblemen und Amphetamin-Konsum geschlossen.

Eine Studie der University of Western Australia befasste sich mit diesem Thema eingehender. Ergebnisse zeigen, dass bei den Amphetamin-Konsumenten die Blutgefäße innerhalb der Studie stark gealtert sind. Im Vergleich nahmen an der Studie auch Methadon-Konsumenten, Raucher und Nicht-Raucher teil. Fazit ist, dass durch regelmäßigen Konsum von Amphetaminen der Herzmuskel stark geschädigt wird und irreparable Folgen hinterlassen kann. Jedoch kannten die Forscher nicht die Menge der konsumierten Amphetamine und auch nicht die Reinheit. Auch die Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Konsums wurden außer Acht gelassen.

Amphetamin ist nicht die einzige Substanz, die sich schlecht auf das Herz auwirkt. MDMA, Ecstasy, Kokain und auch Koffein schaden dem Herz ebenfalls. Es kommt jedoch immer auch auf die Zusammenstellung und die Reinheit der Substanzen an. Da kein vorgegebenes Maß besteht, wie Drogen herzustellen sind, variieren diese, manche sind schädlicher für den Organismus, manche sind weniger schädlich. Auch die Regelmäßigkeit und der Mischkonsum mit anderen Uppern ist ausschlaggebend für die Belastung auf das Herz.
Durch Einnahme von Speed, Kokain oder Koffein vergrößert sich das Organ drastisch. Ca fünf Zentimenter Durchmesser misst ein gesundes Herz im gefüllten Zustand. Durch die drastische Vergrößerung nach dem Konsum hat das Herz Probleme, richtig zu pumpen. Normalerweise werden 55 und mehr Prozent Blut mit einer Pump-Bewegung aus dem Organ in den Organismus befördert. Bei einer drastischen Herzvergrößerung gelingt es dem Herzen deutlich weniger Blut in den Organismus zu pumpen.

Fakt ist, dass sich sogenannte Upper-Drogen auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. In wie weit es dauerhaft gesundheitsgefährdend ist, hängt von Regelmäßigkeit, Zusammenstellung der Substanz und eventuellen Mischkonsum zusammen.

Quelle: Der Westen,  Thump, BMJ Journals

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