Die führende Plattform für Wirtschaft, Kultur und Bildung im Bereich der globalen elektronischen Musik, International Music Summit (IMS), hat auch 2021 wieder ihren jährlichen Geschäftsbericht veröffentlicht. Wie zu erwarten, wurde die Branche stark von der Corona-Pandemie belastet und muss nun einen signifikanten globalen Werteverlust verzeichnen.

Verfasst wurde der Bericht wie gewohnt vom Datenanalysten David Boyle, der auch für große Unternehmen wie BBC oder EMI Music tätig ist. Aus den erhobenen Daten wird schnell klar, dass der gesamte Sektor der elektronischen Musik fundamental von der Coronakrise getroffen wurde. Nach fast zehn Jahren des stetigen Wachstums befindet sich der globale Wert des Sektors plötzlich auf dem niedrigsten Stand seit 2012. Wir haben es hier mit einem Wertrückgang von 54 Prozent (!) zu tun. Der Gesamtwert der Branche beträgt nun 3,4 Milliarden Dollar. Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Pandemie-bedingte Rückgang des Live-Sektors.

Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille, denn der Sektor DJ-Software- und Hardware erlebte im gleichen Zeitraum ein Rekordwachstum, da die Welt neue Wege finden musste, um sich während des Lockdowns zu unterhalten. Hier liegt ein geschätzter Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vor. Der Bericht zeigt außerdem, dass es jetzt neue lukrative Möglichkeiten für die elektronische Musikindustrie gibt, sich zu mobilisieren, wieder zu wachsen und zu kapitalisieren, da andere Musikgenres plattgemacht werden und neue Möglichkeiten der direkten Monetarisierung an die Fans, wie NFTs, an Popularität gewinnen – 76% aller Musik-NFTs im Wert von $50,2 Mio. wurden im letzten Jahr von elektronischen Künstlern ausgegeben.

Ferner hält der IMS Business Report 2021 weitere Entwicklungen und Fakten des vergangenen Jahres fest. So wurden mehr als 200 Musikfestivals abgesagt oder verschoben, was dazu führte, dass Hunderte und Tausende von Menschen arbeitslos wurden und ein Wertverlust von 3,4 Milliarden Dollar entstand – ein Rückgang von 78 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit der nun anstehenden Wiedereröffnung des Live-Sektors sei jedoch mit einem enormen Aufschwung zu rechnen und die Nachfrage nach Veranstaltungen größer als je zuvor. Daten der Plattform „Skiddle“ zeigen, dass der Wert der verkauften Festivaltickets im März 2021 um 3999 Prozent höher war, als im gesamten Jahr 2020 zusammen.

Ein weiterer Aspekt des Berichts betrifft das Livestreaming. Livestreaming war die große Erfolgsgeschichte des Jahres 2020, wobei allein Twitch 1,2 Mio. neue Follower für die Top-Accounts der elektronischen Musik verzeichnete. Die Lockdown-Gewinner Defected verzeichneten 140k mehr YouTube-Abonnenten als erwartet und der Kanal von Beatport übertraf die prognostizierten Zahlen, indem er sich 106k zusätzliche Fans sicherte. Nach der Pandemie müsse man nun laut IMS eine gesunde Balance zwischen digitalisieren Inhalten und Live-Inhalten schaffen.

Der vollständige Bericht wird in Kürze auf der offiziellen Homepage des IMS veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren:
IMS-Geschäftsbericht: So ist es um die elektronische Musikindustrie bestellt
Die CD als digitaler Umbruch in der Musikbranche
Wie sich die Digitalisierung auf die Musikindustrie auswirkt

Quelle: IMS