Das Hamburger Duo ist mittlerweile auch schon über zehn Jahre aktiv, hat drei Alben veröffentlicht, unzählige EPs auf Labels wie Drumcode, My Best Friend, Suara, Tonic oder auf den eigenen Imprints KD Music und dem dazugehörigen Sublabel KD Raw. Und dort erscheint auch Anfang Februar die neue EP „Hallodri“. Wie Patrick Buck und Frederic Berger im Studio zusammenarbeiten, das erzählen sie uns hier im Interview.

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Was sind die Vorteile, zu zweit im Studio zu arbeiten?

Frederic: Die Vorteile sind, dass zwei Hallodris mehr Ideen haben als nur ein Banause. Der kreative Prozess ist unserer Meinung nach viel intensiver, man lässt sich weniger ablenken und konzentriert sich mehr auf die Arbeit.

Und die Nachteile?

Patrick: Ist einer von uns mal nicht gut drauf oder unmotiviert, zieht man den anderen recht schnell mit runter. Kreativität kann man nicht erzwingen. Man kann zwar den anderen anstecken und mitziehen, andererseits halt auch schnell ausbremsen und negativ beeinflussen.

Habt ihr feste Rollen im Studio?

Frederic: Ja. Patrick ist bei uns die Fummeltrine – das heißt, er kennt sich seit Jahrzehnten bestens mit Logic, sowie der gesamten Hardware aus und weiß, wie man etwas schnellstmöglich umsetzt. Ich bin da mehr die Flachpfeife, die ewig braucht und deshalb daneben sitzt und seinen Senf dazugibt, nebenbei dröge E-Mails beantwortet oder Katzenvideos anschaut.

Wie oft seid ihr zusammen im Studio?

Patrick: In der Regel von Montag bis Donnerstag, kommt immer darauf an, wie viel wir unterwegs sind.

Womit beginnt ein klassischer Studiotag?

Frederic: Der beginnt bei uns normalerweise gegen 11 Uhr. Seit ein paar Monaten leider meistens mit einem Wutanfall bei der Parkplatzsuche, denn im Nachbargebäude wird gebaut und unsere angemieteten Parkplätze werden seitdem von Klappspaten und Hohlbirnen der Baufirmen und Handwerker blockiert, die das Schild „vermietet“ anscheinend einfach nicht lesen können. Danach reagiert sich Patrick erst mal beim Kochen einer Kanne grünem Tee ab, bevor wir dann die Maschinen starten und loslegen, Lärm zu machen. Das Ganze geht dann so bis in die frühen Abendstunden. Anschließend geht jeder seiner Wege, arbeitet eventuell noch alleine weiter, treibt Sport oder gönnt sich ein Feierabendbierchen an der Alster.

Gibt es ein gemeinsames Ritual, das ihr vor den Gigs oder im Studio zelebriert?

Patrick: Ein festes Ritual gibt es eigentlich nicht bei uns, weder im Studio noch vor den Gigs. Das Einzige, was wir versuchen, ist vor den Auftritten ein anständiges Dinner einzunehmen. Im besten Fall natürlich zusammen mit dem Veranstalter, um sich entweder kennenzulernen, oder, falls man sich schon kennt, endlich mal wieder ein bisschen quatschen zu können.

Welche Angewohnheit des anderen – wenn ihr gemeinsam im Studio seid – empfindet ihr eher als suboptimal?

Patrick: Das Präsentieren von witzigen Internetvideos, Kinotrailern oder sonstigem Internetschrott, der uns dann nur allzu leicht von der Arbeit abhält.

Frederic: Das entgegennehmen von Anrufen der Mutter, wenn man gerade im Kreativprozess steckt, obwohl man eigentlich schon vorher weiß, dass „eigentlich“ wieder nichts passiert ist.

Wie habt ihr euch kennengelernt, wie ist Kaiserdisco entstanden?

Wir haben uns 2008 auf einer Party im alten Mojo Club hier in Hamburg kennengelernt. Im Laufe des Abends haben wir uns dann für den nächsten Tag zu einer gemeinsamen Studiosession verabredet, um an einer ersten Kollaboration unser damaligen Projekte zu arbeiten. Paddy und ich hatten sofort einen super Draht zueinander und uns war sehr schnell klar, dass wir diese Zusammenarbeit fortführen sollten. Nach ein paar Wochen bei ihm im Studio entstand dann im Juni 2008 Kaiserdisco. Der Rest ist History.

 

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www.kaiserdisco.net