
Auf dem BSR-Recyclinghof in Berlin-Neukölln ist mal wieder ein fettes Paket Gras gelandet – zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Dieses Mal waren es 88 Kilo. Einfach so, in einer massiven Holzkiste, mitten zwischen Altöl und Altmöbeln. Und nein, das ist kein Skript für eine neue Netflix-Serie – das ist Berlin 2025.
Am Donnerstagmorgen, 8:30 Uhr, ganz normales Morgengrauen auf dem Gelände an der Gradestraße. Ein BSR-Mitarbeiter nimmt routinemäßig eine sperrige Lieferung entgegen – denkt sich nix dabei, reißt das Ding auf und wird direkt high von der Optik: Die Kiste randvoll mit vakuumverpackten Tüten – Inhalt: fein säuberlich portioniertes Cannabis. Boom.
Timing ist bekanntlich alles – und in diesem Fall ziemlich perfekt: Just in dem Moment waren zwei Polizisten auf dem Gelände unterwegs, um Altöl abzugeben (kein Witz). Der BSR-Mann gibt Bescheid, die Bullen gucken rein, erkennen sofort: Das hier ist kein „Fundbüro“ für Entspannungsmittel. Die Cops sichern das Material, lassen es abtransportieren – der Tatort: ein Müllhof. Die Spusi checkt jetzt, ob die Tüte mehr verrät als nur ihren Inhalt.
Und es kommt noch dicker: Bereits am Freitag davor – exakt eine Woche zuvor – wurde an dieselbe Adresse ein Paket mit rund 80 Kilo Cannabis geliefert. Repeat Mode activated. Beide Lieferungen sollen laut Medienberichten aus Granada, Spanien stammen. Wer auch immer diesen „Versand mit Überraschungseffekt“ beauftragt hat, scheint öfter mit Google Maps auf Kriegsfuß zu stehen.
Polizeieinsatz auf einem Recyclinghof in #Neukölln – Wurde da etwa der Müll nicht richtig getrennt? Weit gefehlt! Unser #A48 wurde dorthin alarmiert und fand ein Paket auf einer Europalette gefüllt mit Drogen im höheren zweistelligen Kilobereich vor. Sie stellten das Paket sicher… pic.twitter.com/DYe4WgaMBM
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) July 18, 2025
Gras im Wert von über einer Million – einfach mal weggeschmissen
Unterm Strich ist das ein Riesenverlust für den illegalen Markt: Je nach Qualität dürfte der Schwarzmarktpreis zwischen 350.000 und 520.000 Euro liegen. Bei medizinischem Gras können’s sogar bis zu 10.000 Euro pro Kilo sein – macht locker über eine Million Euro, die da jetzt beim LKA Berlin statt auf der Straße landet. Schnief.
Die Ermittler prüfen nun, ob die beiden Lieferungen zusammenhängen. Laut ersten Infos: sehr wahrscheinlich. „Absender und Adressat sind identisch“, heißt es aus Polizeikreisen. Ein grenzübergreifendes Ermittlungsverfahren ist möglich – vielleicht rollt bald der nächste „Joint Task Force“-Einsatz gen Süden.
Bis dahin bleibt nur zu sagen: Wer sein Zeug falsch adressiert, sollte vielleicht nicht mit so großen Mengen spielen. Oder demnächst besser per Dropshipping mit Track & Trace liefern lassen.
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