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Herausragende Clubmixer hat Pioneer in den letzten Jahren reihenweise veröffentlicht. Man darf wohl behaupten, dass der Hersteller diesen Markt dominiert. Ansätze, die innovative Technik in Zweikanal-Tools zu implementieren, hat es parallel zwar ebenfalls gegeben – ein gutes Beispiel ist der Effekt-Mixer DJM-350. Den ultimativen „Wow!“-Battler sind uns die Japaner jedoch schuldig geblieben. Bis jetzt: Mit dem DJM-S9 schickt Pioneer einen bis unter die Zähne bewaffneten Elitekämpfer in die musikalische Schlacht, der es mit den Kontrahenten aus dem Hause Rane erstmals wirklich aufnehmen kann.


Dabei ist der DJM-S9, genau wie beispielsweise der Rane-62, ein auf Serato DJ abgestimmter Mixer, der bis zu vier virtuelle Decks steuern kann und über eine Vielzahl an Controlling-Funktionen verfügt. Wie ein bunter Regenbogen fallen diesbezüglich die 16 farbcodierten Touch Pads ins Auge, welche zum Triggern und Manipulieren der Hot Cues, Rolls, Slices, Loops sowie zahlreicher weiterer Funktionen vorgesehen sind. Die Zuordnung lässt sich den persönlichen Vorlieben entsprechend frei konfigurieren – der DJM-Neuling ist natürlich voll MIDI-fiziert. Wer den Wunsch hegt, mit dem DJM-S9 auf zwei DJ-Applikationen parallel zuzugreifen, hat dazu ebenfalls die Gelegenheit. Denn im Inneren hält die Kampfmaschine zwei USB-Soundkarten in 24-bit/48kHz-Qualität bereit, sodass mit einem Mixer an zwei Serato-Systemen gearbeitet werden kann. Die Anwahl der Computersysteme erfolgt übersichtlich mittels zweier Selektoren auf der Geräteoberseite.

Diese Selektoren lassen sich auch auf die Positionen Phono und Linie umschalten. Was bedeutet, dass Turntables und CD-Player in den Mix eingebunden werden können. In diesem Zusammenhang erweist sich der Pioneer-Fighter als echter Hybride, denn er wurde mit allerlei internen Effektschikanen ausgestattet, die man bereits von den Clubmixern kennt. So zum Beispiel 15 Beat FX, die sechs Tasten zugeordnet werden können, um sie direkt zu aktivieren. Pro Kanal steht darüber hinaus ein LP/HP-Regler zur Verfügung, der alternativ auch Serato-interne Filter steuern kann. Ebenfalls untergebracht wurde der bewährte Effekthebel pro Kanal, wodurch sich die Effekte blitzartig einblenden oder aber in Lock-Position festsetzen lassen. Für ein buntes Effekttreiben im Hinblick auf mit Hardware eingespieltes Musikmaterial ist also gesorgt. Dank der DVS-Unterstützung lassen sich die CD-Player und Plattenspieler übrigens auch zur Steuerung von Serato DJ einsetzen.

Für ausgesprochene Turntablisten weiterhin entscheidend ist die Qualität des Crossfaders. Hier hat sich Pioneer für eine weiterentwickelte Version des hauseigenen Magvel-Crossers entschieden. Ebenso robust wie feinfühlig soll der kontaktlose Fader präzise Scratching-Performances garantieren. Er lässt sich zum einen über einen „Feeling Adjust“-Regler den erforderlichen Bedürfnissen stufenlos anpassen. Zudem werden als Innovation stoßdämpfende Fader-Bumper aus drei Materialien mitgeliefert, sodass auch das Anschlagverhalten verändert und der Verschleiß reduziert werden kann. Dass sich ferner die CF-Überblendkurve individuell einstellen lässt und eine Reverse-Funktion vorhanden ist, gehört für das Battle-Tool zum guten Ton.

Apropos Ton: Auch klanglich spielt der DJM-S9 in der Oberliga mit, auch wenn er subjektiv betrachtet nicht ganz an den Rane-62 heranreicht. Aber die dem DJM-2000NXS entsprechenden Audioschaltkreise lassen in puncto Brillanz und Durchsetzungsfähigkeit keine Wünsche offen. Wer ein Serato-fähiges Battle-Tool der Spitzenklasse sucht, kommt um eine nähere Betrachtung des Pioneer DJM-S9 jedenfalls nicht herum. Ergonomie, Funktionsumfang und Stabilität sind outstanding. Wer es betont bling-bling mag, kann das 1.799 EUR-Tool auch als Limited Edition mit goldener Faceplate erwerben.

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