
Zu Beginn des Jahres kündigte der Tresor.West ein radikales Experiment an und avancierte zum Vorbild vieler Clubs. Die sogenannten Community Nights kosteten keinen Eintritt, die Line-ups wurden nicht angekündigt und bestanden aus lokalen Acts. Auch die Rote Sonne – ein beliebter Techno- und House-Club in München – verfolgt nun diesen Ansatz – in einer leicht abgewandelten Form.
Auch wenn der Tresor.West ab jetzt nach der ersten Stunde der so getauften Community Nights jetzt wieder einen geringen Eintrittspreis verlangt, und auch wieder Headliner ins Programm aufnimmt, so kann man doch von einem Erfolg in den letzten Monaten sprechen. Die Nächte des kostenlosen Eintritts und der unbekannten Line-ups mit unbekannteren Acts fanden Anklang und sorgten für gut besuchte, volle Clubnächte. Nichtsdestotrotz reicht der Umsatz nicht aus. Die Gründe liegen in Zeiten der Clubkrise nahe: Personalmangel, steigende Energie- und Unterhaltungskosten, hohe DJ-Gagen. Das Experiment an sich bewies, dass die Uhr zur Einführung mit Beginn des Jahres schon fünf vor zwölf geschlagen hat.
Not macht erfinderisch. So wagte man das innovative Konzept, um einer Schließung vorzubeugen – und geht jetzt zu einer Mischform über. Für den Erfolg spricht auch die Fortsetzung der Community Nights über den Januar hinaus. Eigentlich war die Reihe nur für einen Monat geplant.
Auch andere Clubs übernahmen unterdessen die Idee. Eine weitere beliebte Szene-Location gesellt sich jetzt dazu – die Rote Sonne in der bayerischen Landeshauptstadt München.
Gestrig wandte sich der Club, der für den April noch ein normales Programm hat, an seine Community. Das Clubsterben sei Realität und auch man selbst verspüre den Druck dahinter. Man wolle jedoch „für alle zugänglich bleiben“, insbesondere da München teuer sei und die Kosten immer weiter anstiegen.
Die Lösung: Die Rote Sonne ruft die Community Nights ins Leben. Genau wie im Tresor.West möchte man für die Community Nights die Line-ups nicht ankündigen und die Gemeinschaft der Clubgänger dafür fokussieren. Der Club selbst beschreibt das Aufgreifen der Idee übrigens nicht als Kopie. Man schließe sich an, um der Community etwas Gutes zu tun. Damit unterstütze man lokale Künstler und Crews, gestalte gemeinsam eine Zukunft für die Clubkultur und stärke die Gemeinschaft innerhalb dieser.
Eine Änderung gibt es dann aber wird nicht prinzipiell kostenlos sein. Die Clubgänger sollten selbst entscheiden, was sie geben können. Das Prinzip dahinter: „Give What You Can“.
Die erste Community Night im Rote Sonne in München findet am Freitag, den 23. Mai 2025 statt.
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