Symbolbild


Nicht selten kommen bei Techno-Produktionen experimentelle Klänge oder Field Recordings aus dem alltäglichen Leben zum Einsatz. Ein bekanntes Beispiel: Der Berliner S-Bahn-Ansagen-Sound „Da-Dü-Da“ (oder so ähnlich), den Paul Kalkbrenner in seinem Hit „Train“ verewigte. Ob S-Bahn-Ansagen, Maschinengeräusche oder Naturgeräusche: Es lässt sich so gut wie alles für die Produktion elektronischer Musik verwenden, solange man es denn richtig anstellt.

Hierfür eignen tun sich offenbar auch Seilbahn-Geräusche, was nun ein Schweizer Forschungsprojekt demonstrieren möchte. In einem Bericht des „SRF“ (Schweizer Rundfunk) sehen wir Michel Roth, mit einer Zange bewaffnet, der sich an der Talstation der Seilbahn Witterschwanden-Eggenbergli im Schächtental im Kanton Uri zu schaffen macht. Doch Michel Roth ist – wie man zunächst vermuten würde – kein Seilbahnmechaniker, sondern Musikprofessor an der Hochschule für Musik in Basel.

Er nimmt die Geräusche der Seilbahn mit hochwertigen Mikrofonen auf und überwacht die Aufnahmen in seinem mobilen Tonstudio. Seine Arbeit ist Teil des Forschungsprojekts „Kulturen der Alpen“, das sich eben unter anderem mit der Bedeutung der Seilbahnen als Kulturgut befasst. Hört man sich die Recordings an, dann wird jedem Techno-Enthusiasten klar: Die Seilbahn-Sounds und Techno passen wunderbar zusammen.

Davon überzeugt ist auch Michel Roth: „Es sind Klänge darunter, da würde sich auch die Techno-Szene interessieren“, bekundet er und ergänzt: „Sie [die Seilbahnen, Anm. d. Verf.] machen Geräusche, klopfen einen Takt, und manchmal singen sie.“

Wer sich das Ganze mal anhören möchte, kann dies auf der Homepage des „SRF“ tun. Hier entlang bitte.

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Quelle: SRF