Der kanadische DJ und Produzent Nitin Kalyan beackert schon seit über zwei Dekaden die House- und Techno-Szene. Los ging es in seiner Heimatstadt London in Ontario, wo er die hiesige elektronische Musikszene sehr stark prägte, bevor er dann Mitte der Nuller Jahre in die kanadische Metropole Toronto zog, in der er seinen Aufstieg kontinuierlich fortsetzte und sich auch international etablieren konnte. Vor Kurzem veröffentlichte der die EP „Culver“ auf dem Label No. 19 Music, das er zusammen mit Jonny White (Art Department) betreibt.

 

Dein Lieblingsclub 

Mein Lieblingsclub in Toronto ist CODA. Für mich hat er die beste Akustik und es ist ein Ort, an dem ich auch eine gute Auswahl an Musik spielen kann. In letzter Zeit habe ich dort vor allem auf meiner eigenen Veranstaltung „Digital Detox“ gespielt, bei der ich immer Gast-DJ an meiner Seite habe. Bisher hatte ich Paolo Rocco und Kenny Glasgow, beide Nächte waren großartig. Die Besitzer des Clubs sind gute Freunde und wir kennen uns schon lange. Ich war auch Resident in ihrem Vorgänger-Club Footwork. 

Dein Lieblingsrestaurant?

Das ist immer eine undankbare Frage, weil es so viele verschiedene Arten von Restaurants gibt, die ich auf der ganzen Welt besucht und genossen habe. Aber wenn ich eine Art von Küche auswählen müsste, dann nehme ich Ramen. Tatsächlich gibt es in Toronto ein großartiges Ramen-Restaurant namens Ryus, das ich häufig besuche und das es wert ist, sich dort in der Schlange anzustellen.

Was macht Toronto so besonders?

Wenn ihr Toronto besucht, werdet ihr als Erstes feststellen, wie multikulturell unsere Stadt ist. Es gibt unzählige verschiedene kulturelle und religiöse Hintergründe hier und in den Vororten. Und das bedeutet, dass unsere Gastro-, Kunst- und Musikszene sehr lebendig und vielfältig ist. Im Sommer finden jedes Wochenende zahlreiche multikulturelle Festivals statt und das macht Toronto wirklich außergewöhnlich. Erst kürzlich hatten wir eine spannende NBA-Saison mit dem Gewinn der Meisterschaft durch die Toronto Raptors. Es war die erste für uns – nicht nur für Toronto, sondern auch für Kanada. Während der Festparade gingen über zwei Millionen Einwohner auf die Straße, um den Sieg zu feiern, und das zeigte wirklich, wie vereint wir unabhängig von unseren kulturellen Unterschieden sind. Das ist es, was Toronto so besonders macht.

Was sollte man sich als Tourist unbedingt anschauen?

Wenn ihr nach Toronto kommt, solltest ihr euch auch die Zeit nehmen, die Niagarafälle zu besuchen. Auf dem Weg dorthin solltet ihr die zahlreichen Weingüter in der Gegend besuchen. In Toronto selbst natürlich die wichtigsten Touristenattraktionen, aber um wirklich einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, ist es am besten, alle kleinen Viertel zu besuchen, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Darüber hinaus ist der ganze Uferbereich des Ontariosees auch sehenswert. Einer meiner Lieblingsplätze außerhalb von Toronto ist das Prince Edward County. Es ist sehr ruhig und friedlich dort, mit weißen Sandstränden und Weingütern. Ein großartiger Ort, um der Großstadt zu entfliehen und um zu entspannen.

Der beste Weg, sich Toronto anzuschauen?

Zu Fuß, mit der Straßenbahn und der U-Bahn. Es ist recht einfach, sich in der Stadt zurechtzufinden und ihr brauchet dabei kein Auto. Es sei denn, ihr seid daran interessiert, im Stau zu stehen!

Gibt es noch einen besonderen Tipp, den du uns geben kannst?

Ja, kommt im Sommer, es sei denn, bitterkalte Winter und Schnee entsprechen eher eurer Stimmung! Zum Glück genieße ich den Winter und freue mich auf die Skisaison, vor allem im Westen Kanadas!

Erzähl uns etwas über die Clubszene in Toronto. Spielst du regelmäßig in einem Club?

Ich spiele nicht mehr so oft wie früher in Toronto, aber regelmäßig im CODA, wie ich ja schon erwähnte. Es gibt viele Partys, die ziemlich regelmäßig stattfinden, mit einer Reihe von DJs – vom coolsten Underground bis hin zu den größeren Superstars –, die wöchentlich in der Stadt auftreten.

Gibt es einen Track/Song, den du besonders mit Toronto verbindest?

Nick Holder – Summer Daze
Sein Track kommt mir wahrscheinlich deshalb in den Sinn, weil wir hier jetzt gerade endlich das schöne Sommerwetter genießen. Nick Holder ist einer der besten Exportschlager und verdient meiner Meinung nach mehr Anerkennung als Künstler aus Toronto. Natürlich habe ich viele weitere lokale Favoriten, die gute Musik machen.

 

 

Noch mehr Städtetrips:
Mit President Bongo in Reykjavík
Mit Anii in London

Mit Daniel Haaksman in Berlin
Mit Redlight in Bristol

Mit Eduardo De La Calle in Madrid 
Mit Magit Cacoon in Tel Aviv

Mit Answer Code Request in Singapur
Mit Prins Thomas in Oslo

Mit Daniel Bortz in Augsburg
Mit Tomas Barfod in Kopenhagen
Mit Filburt in Leipzig
Mit Jacob Korn in Dresden

 

www.seetorontonow.com

 

Foto Toronto: The City Of Toronto/Pixabay
Foto Nitin: Alec Donnell Luna