Viele kennen Stella Bossi spätestens seit den Selfievideos mit „Hipster-Opa“ und Herrenmodel Günther Krabbenhöft. In Ihren selbstproduzierten Videos tanzt sie mal im Glitzerkleid im Bahnwagon der BVG zusammen mit Krabbenhöft, ein anderes Mal zu Kenton Slash Demons „Harpe“ im Pepsikleid vorm Spitteleck in Berlin oder posiert in der vom Sonnenuntergang geküssten Skyline Bangkoks. Wer ist das und was soll das eigentlich? Um das näher zu beleuchten haben wir mit Stella selbst gesprochen und konnten erfahren wie es zu der Idee kam und was sie damit zum Ausdruck bringen will.

Wer ist eigentlich Stella Bossi und wie und wann ist diese Figur entstanden, die wir nun kennen?

Die Entstehungsgeschichte ist eigentlich recht simpel. Meine Freunde und ich wussten eines Morgens nach dem Kater Blau nicht, wie und wo es weitergehen soll, da hab ich einfach auf der Straße angefangen zu tanzen. Meine Freundin hats gefilmt und ich wenig später auf Insta gestellt – et voilà. Und das ist auch Stella Bossi, eine technoliebende Frau, die tanzt wie es ihr Kopf befiehlt und eigentlich immer gut drauf ist – das Leben ist zu kurz für bad Vibes.

Wie fühlte sich der Moment an, als du das erste Video hochgeladen hast. Erinnerst du dich an den Moment?

Ja doch, ich erinnere mich. Ich hatte gar kein Gefühl, wer hätte gedacht wie es weitergeht? Und außerdem kann man was fühlen wenn man einen Knopf drückt? (lacht)

Wie waren die ersten Reaktionen?

Die Leute haben sich das Video angeschaut und intensiv reagiert. Viele wunderten sich über meinen Tanzstil. Diesen Leuten erzählte ich und erzähle ich immer noch, dass ich 40 Prozent mehr Gelenke in meinem Körper habe als normale Menschen.

Deine Posts stehen ja in Beziehung zur Clubkultur bzw. zu elektronischer Musik. Wie bist du dort gelandet und wie bist du damit in Berlin verankert?

Oh ja, Berlin und seine Clubs … Mein Anfang war krass, das war mit meinem damaligen Freund. Ich war 15 und wir sind nach Berlin gefahren um einmal die Bar25 zu sehen, das war 2010. Und ja, wir waren drinnen und das war der Moment in welchem ich der Musik und der Berliner Szene verfallen bin. Ein ganz wichtiger Teil von mir und noch viel mehr, ein ganz wichtiger Teil Berlins!

Instagram ist scheinbar die perfekte Plattform dafür. Wäre das ohne IG überhaupt möglich gewesen?

Hmmm, wahrscheinlich hätte ich dann ein anderes soziales Netzwerk verwendet. Ob es dann so funktioniert hätte ist schwer zu sagen. Wie sagen wir hier: hätte, hätte, Fahrradkette. (lacht)

Du polarisierst allerdings auch mit deinen Instagram-Posts. Wirst du auch schlimm beleidigt, trifft dich das dann?
Bei den Posts auf meinem Instagram sind meistens nur nette Leute. Wird es aber mal gerepostet, dann hagelt’s auch schon mal Beleidigungen. Aber das ist doch das Normalste der Welt. Man findet Dinge gut oder eben nicht und sowohl zum einen als auch zum anderen hat man eine Meinung, die kann/darf/soll man sagen. War so, ist so, bleibt so – alles gut.

Das Berghain bekommt man auch oft in deinen Fotos/Videos zu sehen. Wie ist deine Beziehung zu dem Laden? 


Ja das Berghain ist schon eine absolute Technoinsitution. Jeder, der Techno, aber auch Freiheit feiert, der gerne ausbricht und was Besonderes miterleben will im Gegensatz zu den „normalen“ Clubs, muss ins Berghain. Ich zelebriere das Hain und wenn ich gehe, dann hat das schon fast was … Traditionelles.“

Sprechen dich die Leute an, wenn du deine Videos drehst, bzw. Fotos machst?

„Ja, das tun sie. Nicht selten gibt es verdutzte Gesichter. Aber die meisten freuen sich, einige machen Fotos oder wollen eines mit mir zusammen. Auf jeden Fall gibt es fast immer gute Laune wenn sie mich herumspringen sehen.“

Welche Läden sind neben dem Berghain deine Favoriten?

Ja, wie gesagt, ich stehe in einer besonderen Beziehung zu den verschiedensten Clubs. Wen magst du lieber, Mutter oder Vater? Ich glaube für jede Situation gibt es den besseren Ansprechpartner, bzw. den richtigen Club und auch Veranstalter. 
Man kann die beste Partynacht fast überall haben. Aber vom Ambiente ist im Sommer ganz klar das Sisyphos mein Favorit und für den richtigen Mood das Hain.“

Was war dein verrücktester Clubmoment?

Auweia, der verrückteste Moment … Naja, es gibt Clubs in Berlin, in denen eine bestimmte Freiheit ausgelebt wird, weit über die konventionelle sexuelle Freiheit, die Durchschnittsbürger kennen, hinaus. Wenn sich also Männer im Club gegenseitig anpinkeln, dann könnte man schon sagen, dass das eher zu
 den „verrückteren“ Momenten gehört – wobei: jedem seins. Ach ja, ein Mal ist einem Dealer ein Paket geplatzt und gefühlte 1.500 Pillen sind plötzlich über das Treppenhaus gesprungen – XTC-Dusche sozusagen – die Leute sind durchgedreht. (lacht)“

Was ist deine Botschaft an die Welt, was möchtest du mit deinem Auftreten erreichen?

Nehmt euch nicht zu ernst. Tanzen hat keine Regeln. Das Leben ist kurz, habt Spaß. Hört mehr Techno, dann wird die Welt zu einem besseren Ort, denn im Gegensatz zu Rap, gibt es keinen Gangster-Techno ;)“

Deine Pläne für 2020?


„Spannende Pläne! Ich hänge seit je her mit Producern und DJs ab und lege eh schon seit geraumer Zeit selbst auf, also wird es mal wieder an der Zeit ein bisschen Musik zu machen :)“


KURZ & KNAPP

Lieblings-DJ:
Mall Grab

Deine aktuellen Top-3-Lieblings-Tracks:

Ben Dust – Homeless
Mall Grab – Sleepless
Stella Bossi – … (coming soon ;)

Perfektes Club-Outfit:
Body oder Badeanzug und Sonnenbrille

Berlin ist für dich:

Mutterschiff

Tanzen ist:

Freiheit, loslassen, Ausdruck

Techno bedeutet für dich:

Lieblingsmusik

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Fotos: Stella Bossi