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Der EDM-Gigant SFX plant laut Medienberichten einen Ausverkauf seines Vermögens um erneuten finanziellen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Nach einer abgebrochenen Ausgabe von TomorrowWorld sind Ticketrückzahlungen in, für das Unternehmen, kritischen Ausmaße zu befürchten.

Laut dem New York Business Journal sucht der EDM-Gigant SFX nach Möglichkeiten, teile seines Unternehmens zu geringen Preisen in kürzester Zeit zu verkaufen. Dadurch könnte das Unternehmen in absehbarerer Zeit signifikant schrumpfen. Interne, nicht näher genannte, Quellen sprechen gegenüber dem Medium von „völlig überzogenen Ausgaben für seine Einkäufe in den letzten Jahren“. CEO und Gründer Robert Sillerman gründete die Firma in 2011 und kaufte innerhalb nur zwei Jahren zahlreiche Unternehmen zu horrenden Preisen auf, um sich die Spitze in der Szene der elektronischen Musik zu sichern. Quellen zufolge soll er über eine Milliarde US-Dollar ausgegeben haben. „Das rächt sich jetzt“, so die Quelle.

Der relativ spontane Entschluss, nun teile des Unternehmens zu Ramschpreisen verkaufen zu wollen, könnte höchstwahrscheinlich mit der Misere rund um das TomorrowWorld-Festival zu tun haben, dass am letzten Wochenende außerhalb von Atlanta stattgefunden hat. Aufgrund anhaltenden Regens konnte der Transport am letzten Tag des Festivals, Sonntag, nicht gesichert werden. Nur Inhaber eines von Campingtickets wurden auf das Gelände gelassen. Inhaber von Tagestickets standen vor verschlossenen Toren oder strandeten auf dem Weg zum Terrain. Laut Berichten mussten tausende Festivalgänger auf offener Straße schlafen, Wind und Regen schutzlos ausgesetzt. Innerhalb des Festivals wurden aufgrund der Bedingungen Line-Ups umgeschrieben, Auftritte abgesagt und vier von neun Stages geschlossen.

SFX versprach das Geld der Ticketpreise zurück zu erstatten. Des weiteren sagte der Konzern zu auch Kosten für Transport, Schließfächer, VIP-Tickets und weitere Posten aufzukommen.

„The combination of your positive energy and our hard work did not shine through and we completely understand your dissatisfaction. TomorrowWorld was also let down by a number of external factors which did not allow us to provide you with the full experience you deserve. We realize we can’t turn back time and make it perfect, but for those who wish to, we are here to communicate directly and listen to all your personal stories, frustrations and questions“, so ein Teil des offiziellen Statements.

Den Imageschaden jedoch, den kann SFX anscheinend kaum wiedergutmachen. Das spiegelt sich auch in den Aktien des Unternehmens wieder. Der Preis viel um 7.5 Prozentpunkte am Montag und erreichte ein Rekordtief. Am Dienstag stieg er zwar wieder um 6%, eine Aktie liegt jetzt bei einem Preis von 44 Cent, mit den ankommenden Rückzahlungen und auch mit der Krise der letzten Monate scheint der Ausverkauf laut Medienberichten mehr als nah.

In den letzten Wochen machte das Unternehmen immer wieder negativ auf sich aufmerksam. Nachdem das One Tribe Festival aufgrund zu geringer Ticketverkäufe abgesagt werden musste, reichte eine New Yorker Kanzlei eine Massenklage gegen SFX ein. Das Unternehmen steckt schon seit einiger Zeit in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Erst letztens konnte sich SFX durch eine Finanzspritze von Investoren vor dem Aus bewahren, nachdem Sillerman es nicht geschafft hat sein Unternehmen zu privatisieren und von der Börse zu nehmen.

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