
Was sich 2024 noch wie eine PR-Nummer im Vorwahlkampf angefühlt hat, ist im Präsidentschaftswahljahr 2025 plötzlich offizielle Linie: Donald J. Trump, der ewige Reality-TV-Star im Politikmodus, macht ernst und spricht sich öffentlich für die Entkriminalisierung von Cannabis auf Bundesebene aus. Die USA – einst Vorreiter im „War on Drugs“ – schalten also langsam aber sicher in den Chill-Modus. Und Trump ist plötzlich mit dabei.
Bereits im Wahlkampf zur republikanischen Nominierung hat The Donald die „grüne Karte“ gespielt – erst zögerlich, dann offensiver. 2025, nach dem Rückzug von Ron DeSantis und der geschwächten Position von Joe Biden (Stichwort: Gesundheitszustand), positioniert sich Trump nun als überraschend „vernünftige“ Stimme in der Debatte um Cannabis.
Und warum das Ganze? Natürlich nicht, weil Trump sich dem Vibe der Westcoast angeschlossen hätte oder bald einen CBD-Shop in Mar-a-Lago eröffnet. Vielmehr wittert er Wählerpotenzial bei jungen, libertär geprägten Gruppen, die weder Bock auf linke Bürokratie noch auf moralinsauren Republikanismus haben. Weed als Türöffner – nicht zur Selbstfindung, sondern zur Wählerbindung.
Die USA haben inzwischen über 30 Bundesstaaten mit legalem oder zumindest entkriminalisiertem Cannabis. Der Druck wächst, das Thema bundesweit zu regeln – insbesondere was Strafverfolgung, Banking und medizinischen Einsatz angeht. Sogar im Kongress ist mittlerweile eine parteiübergreifende Mehrheit in Sicht, die Cannabis auf Bundesebene herunterstuft, also nicht mehr in derselben Kategorie wie Heroin und LSD listet.
Und Trump? Der will offenbar als der Präsident in die Geschichte eingehen, der den Cannabis-Tabubruch endgültig politisch mainstreamfähig gemacht hat. Man munkelt sogar, dass seine Kampagne im Herbst mit einem eigenen „Legalize It“-Slogan samt Cap-Linie auf Tour geht. Make America High Again? Noch ist es ein Gag – aber in Trump-Amerika kann bekanntlich alles Realität werden.
Quelle: spiegel.de
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