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Es ist beschlossene Sache – ab Montag erleben wir einen Lockdown 2.0, bei dem das öffentliche Leben nahezu vollständig eingeschränkt wird: Sportveranstaltungen (außerhalb des Profibereichs), Konzerte, Shows fallen flach, auch Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs bleiben vorläufig dicht. Derartige Veranstaltungen und Lokalitäten seien ein zu großes Risiko für die Weiterverbreitung des Virus, sagen Politiker und Co. Aber stimmt das? Forscher der Universität Halle (Saale) haben im August in Zusammenarbeit mit dem Musiker Tim Bendzko ein Experiment durchgeführt, bei dem sie mehrfach tausende Freiwillige für ein Konzert versammelten und verschiedene Abstands- und Hygiene-Szenarios durchspielten, um die Verbreitungsgefahr gründlich zu prüfen.

Primäres Ziel des Experiments war es, herauszufinden, “wie sich verschiedene Lüftungskonzepte in den Szenarien auf die Verteilung von Aerosoloen in der Luft auswirken und welche Folgen daraus resultierende Ansteckungen auf die Region Leipzig hätten”, schreibt der “Der Spiegel”. Oder anders formuliert: Können (Groß-)Veranstaltungen in geschlossenen Räumen vielleicht doch stattfinden, wenn man das Ansteckungsrisiko auf ein absolutes Minimum reduziert?

Die Antwort der Studie lautet: Ja! Die Forscher haben herausgefunden, dass die Belüftungstechnik ein entscheidender Faktor in Veranstaltungshäusern ist. Solange ein regelmäßiger Austausch mit frischer Luft realisierbar ist, könne das Ansteckungsrisiko in der Tat auf ein Minimum reduziert werden, erklärt Stefan Moritz, Leiter der Abteilung für Klinische Infektiologie des Uni-Klinikums in Halle. Voraussetzung hierfür sei aber auch die strikte Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln (inklusive dem Tragen von Masken), sonst bringt wohl auch die hochmodernste Belüftungsanlage nichts. Auch sollten Veranstaltungen wie Konzerte ausschließlich im Sitzen stattfinden und die Besucherzahl an das aktuelle Infektionsgeschehen angepasst werden.

Hm…Vielleicht dann doch lieber zu Hause mit der Partnerin tanzen? Was meint ihr?

 

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