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7 Mythen über psychedelische Drogen


LSD und andere Psychedelika sind Hoffnungsträger für zunehmend mehr Wissenschaftler und Ärzte, um beispielsweise Depressionen und Angstzustände zu behandeln. Nur die rechtliche Lage steht im Weg, um Psychedelika als therapeutische Medizin zu verwenden. Das Image, welches viele Leute von halluzinogenen Substanzen haben, ist veraltet und stark damit verbunden, wie es in den Sechzigern und Siebzigern Jahren von Politikern und Medien in den Nachrichten vermittelt wurde. Nachdem die Substanzen verboten wurden und Halluzinogene auf die Liste der illegalen Betäubungsmittel kamen, war das Thema sowieso gegessen. Aber worüber definiert man Halluzinogene heute? Und weshalb sind es gerade die Psychedelika und nicht Alkohol, Amphetamine oder irgendwelche Opioide oder Opiate, die der medizinische Wissenschaft so fortschrittliche, innovative und nachhaltige Ergebnisse bringen?

Mythos 1: Psychedelika = Partydroge
Psychedelika werden mit MDMA, Amphetaminen und anderen Partydrogen in einen Topf geworfen. Aber psychedelische Erfahrungen halten meist länger bzw. nachhaltiger an, als der Trip selbst. Die Lernerfahrungen, die das Gehirn unter Einwirkung von psychedelischen Drogen macht, sind tiefgründig und prägnant. Dennoch ist der Partyfaktor nicht ausgeschlossen. Magic Mushrooms und Co. können auch eine Party und Clubnächte bunter und vertrippt werden lassen.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Wissenschaftler glauben, dass das Label als Partydroge ungerechtfertigt ist. Patienten mit Krebs, die an klinischen Studien von Psilocybin (die psychoaktive Zutat in Magic Mushrooms) teilgenommen haben, beschreiben ihre psychedelische Reise als alles andere als Freizeit. In den meisten Fällen bringen diese Ausflüge Gefühle von Panik und Angst. Gefühle, die schließlich nachlassen und ersetzt werden, was scheinbar dauerhaft zu sein scheint. Manche Leute beschreiben, dass sie optimistischer sind über das Leben. Andere sagen, sie haben eine vollständige Veränderung in der Perspektive erlebt, die ihnen erlaubt, ihre Beziehungen und Lebensansichten zu verbessern.

Mythos 2: all diese Drogen sind pflanzlich
Es wird oft angenommen, dass halluzinogene Medikamente wie LSD genau wie der Wirkstoff Psilocybin von Magic Mushrooms oder Cannabis natürlich sind.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Während zwei halluzinogene Medikamente, Zauberpilze und Ayahuasca natürlich gefunden werden können, wird LSD synthetisch hergestellt und in der Regel zu Löschpapierbögen verarbeitet, die meist über die Zunge aufgenommen werden. Ayahuasca wird aus den mazerierten und gekochten Reben der Banisteriopsis caapi (yage) Pflanze und dem Psychotria viridis (chacruna) Blatt gebraut, und es ist seit Jahrhunderten als traditionelle spirituelle Medizin in Zeremonien unter den indigenen Völkern von Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru verbreitet.

Mythos 3: Von Psychedelika ist man immer total vertrippt und man bekommt von der Realität während des Trips eigentlich nichts mehr mit
Von Halluzinogenen sieht man immer Dinge, die fernab von der Realität sind. Und kann nicht mehr unterscheiden ob sie nun real sind oder ob die Drogen dem Gehirn einen Streich spielen. Man sei total wirsch und habe keine Kontrolle über das, was man tue.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Die jüngsten Studien von Psychedelika konzentrieren sich auf „Reise-Behandlung“ . Im Wesentlichen das, wovon man als psychedelische Erfahrung spricht. Aber es wurde ein weiterer Trend beobachtet, allerdings noch nicht umfassend studiert. Das Microdosing. Microdosing beinhaltet die Aufnahme von kleinen Dosen von psychedelischen Drogen, die zu klein sind, um eine Reise zu induzieren. Leute im Silicon Valley, Kalifornien und anderswo behaupten, Microdose zu verwenden, um ihre Produktivität zu steigern und andersartige innovative Ideen und Lösungsansätze zu erproben.

Mythos 4: Drogen fressen Löcher in dein Gehirn
Viele Anti-Drogen-Kampagnen, die in den späten Neunzigern und frühen Zweitausender Jahren behaupten, dass Drogen, egal ob MDMA, LSD oder Cannabis Löcher in dein Gehirn fressen. Und irreparable Schäden anrichten.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
In Wirklichkeit ist das Einzige, was physische Löcher in der Struktur des Gehirns schaffen würde, stumpfes Krafttrauma. Es gibt eine Fülle von Forschungen, die darauf hinweisen, dass es eine Beziehung zwischen Drogenkonsum und anderen physischen Veränderungen zu bestimmten Hirnstrukturen, einschließlich Wachstum und Schrumpfung gibt, aber es bleibt unklar, wie genau die beiden miteinander verbunden sind (wenn überhaupt). Dennoch haben Drogen Nebenwirkungen. LSD kann sich zu den Nebenwirkung-ärmsten Substanzen überhaut zählen.

Mythos 5: Es wirkt eh alles gleich im Gehirn
Alle Psychedelika sind illegal und haben die gleichen Auswirkungen auf das Gehirn wie andere illegale Drogen.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Offene Fragen sind bis heute geblieben, wie sich Psychedelika auf das Gehirn auswirken. Was wir wissen, ist, dass Psychedelika eine grundsätzlich andere Wirkung auf das Gehirn haben als sehr süchtig machende Medikamente wie Alkohol, Nikotin oder Kokain. Kokain, zum Beispiel, wird genommen, um eine sehr euphorische Empfindung zu bekommen, indem sie vorübergehend die Lohn- und Motivationszentren des Gehirns überflutet, die in manchen Menschen einen Zyklus von Verstärkung und Sucht auslösen können. Auf der anderen Seite scheint Psilocybin, die psychoaktive Zutat in Magic Mushrooms, die Infrastruktur des präfrontalen Kortex des Gehirns grundlegend zu verändern und zu verändern, wie Informationen in diesem Bereich des Gehirns ausgetauscht werden. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass dies tatsächlich helfen könnte, anstatt zu schaden.

Mythos 6: Der Trip von jeden Psychedelika ist anderen Psychedelika sehr ähnlich und halten auch gleichlang an mit Abweichungen und wenigen Stunden
Egal welche psychedelische Substanz man nimmt, es wirkt alles sehr ähnlich und auch sonst unterscheiden sich die einzelnen Psychedelika kaum voneinander.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Der Trip einer vollen Dosis von Psychedelika kann sich drastisch unterscheiden, je nachdem, welche Art von Medikament Sie einnehmen. LSD- und DOC-Trips scheinen die längsten zu sein, und selbst da gibt es Wirkzeit Unterschiede von zehn Stunden und mehr. Der DMT-Trip zum Beispiel hält nur wenige Minuten, vielleicht eine halbe Stunde an. Ein LSD-Trip im Gegensatz dazu hält meist ab fünf bis sechs Stunden an.

Mythos 7: Psychedelika wurden intensiv studiert und es sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich.
Psychedelika sind als umfassend erforscht und die Wissenschaft geht nicht von weiteren Behandlungsfelder und Einsatzmöglichkeiten aus. Auch Studien sind nicht weiter nötig, denn man weiß ja alles über Psychedelika.
Weshalb es wichtig ist, diesen Mythos aufzuklären:
Im 20. Jahrhundert waren DMT, LSD und andere psychedelische Substanzen nur in Europa und Nordamerika bekannt. In den Sechzigern Jahren sahen sie einen vorübergehenden Anstieg in den USA, mit Leuten wie Timothy Leary und Richard Alpert über den „Ego-Verlust“, der von Magic Mushrooms als Teil ihres Harvard-Psilocybin-Projekts produziert wurde. Im Jahr 1966 verbot die Regierung Psychedelika und somit auch den Großteil von laufenden und anstehenden Experimente und Forschungen über ihre potenziellen medizinischen Eigenschaften. Infolgedessen ist es schwer, endgültig zu sagen, ob die Psychedelika „sicher“ sind. Allerdings deuten die jüngsten Forschungen darauf hin, dass sie für viele Menschen weniger gefährlich sind als ursprünglich dargestellt und angenommen. Selbst Personen, die ein gänzlich schlechtes Bild von LSD, Psilocybin & Co. hatten, haben ihre Meinung völlig umgeworfen und waren größtenteils überrascht im positiven Sinne.

Quelle: Busim´ne

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