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Wenn Träume wahr werden. Ein schöner Moment, den man auskostet kann und der eine tiefe innere Zufriedenheit bringt. Und er macht Platz für neue Träume. Nicht stehen bleiben, weitergehen. Aber genießen wir noch etwas den Moment gemeinsam mit Björn Torwellen. Der 33-jährige Wahlkölner hat gerade sein Solodebütalbum „Metacollaspe“ veröffentlicht und sich damit auch einen langgehegten Traum erfüllt.

Es fing um 1998 herum an. Björn lebte in Iserlohn und war gerade frisch vom Technovirus infiziert. Regelmäßig fuhr er mit Freuden nach Frankfurt ins U60, war begeisterter Fan von Chris Liebing oder Richie Hawtin. Aber warum immer fahren? So startete er in seiner Heimatstadt seine eigene Partyreihe Teknite inklusive einer Radioshow und bekam im Laufe der Jahre auch immer mehr Gigs weit über die Grenzen des Sauerlands hinaus. 2006 dann der Umzug nach Köln und das Studium zum Audio Engineer am SAE Institut. Der Start zu einer turbulenten Phase, die so eigentlich gar nicht geplant war. Seine Facharbeit über Ableton war der Auslöser. Björn bekam eine Verlagsanfrage, ob er nicht ein Fachbuch über Ableton schreiben wolle. Was anfangs noch etwas absurd klang, wurde schließlich umgesetzt, und so entstand der „ Ableton Live Profi Guide“. Björn gab Workshops und gründete schließlich vor drei Jahren zusammen mit Jeyênne die Electronic Music School (EMS) in Köln. Lehrpläne und Unterricht bestimmten seinen Alltag, die eigene Musik – erste Produktionen hatte Björn schon veröffentlicht – rückte in den Hintergrund. „Ich musste mich entscheiden, weiterhin Education oder wieder selbst produzieren.“ Björn stieg schließlich aus der EMS aus und wandte sich wieder der Musik zu. „Ich wollte endlich mal wieder meine Kreativität auch für mich nutzen.“ Und ganz nebenbei hat er natürlich für die eigene Musikproduktion viel gelernt, auch wenn es etwas gedauert hat, bis er das umsetzen konnte. Dann aber sprudelte eine ganze Menge raus. Das eigene Label Steil mit Nils Mohn, Hazett und Al Zwodewzo gegründet, Partyreihe gestartet, weitere Tracks und im letzten Jahr ein Album mit Virgil Enzinger produziert. Aber irgendwas fehlte noch, und so nahm sich Björn Anfang 2013 Zeit für das Soloalbum, das er schon immer machen wollte. „Ich überlegte mir, wie das klingen sollte. Ich dachte anfangs an ein Konzeptalbum mit vielen Atmos, Vocals, kurzen Tracks, aber mit wurde dann doch recht schnell klar, dass ich ein Clubalbum machen wollte.“

Aber „Metacollapse“ ist dann doch mehr als nur ein Clubalbum, es ist ein Gesamtkunstwerk, das vom Titel über die einzelnen Tracknamen, die Tracks selbst bis hin zum Coverartwork einem roten Faden folgt. Es geht um den Verfall der Gesellschaft, ihr Kollabieren. Das spiegelt sich sowohl in der Musik selbst, als auch im äußeren Rahmen wieder. Aber so geplant das alles klingt, Björns Arbeitsweise ist vor allem intuitiv, es passiert eben. Seine Einflüsse sind sehr vielfältig. „Ich habe mich für die Musik des Albums weniger von Musik anderer Künstler inspirieren lassen, als von Horrorfilmen und ihrem Sounddesign, von Serien oder Dokumentationen. Letztere lieferten mir auch Vocalsamples. Das ganze Düstere finde ich sehr ästhetisch, bis in die Kunst hinein. Da gehören Leute wie H.R. Giger, um mal einen Populären zu nennen, auch dazu. So etwas spiegelt sich in meiner Musik wieder.“ Und jetzt, wo das Album schon auf dem Markt ist, macht sich eine gewisse Unruhe breit. Der Blick geht wieder nach vorne. „Ich habe ein Ziel. Und einen Traum. Mein nächstes Ziel ist ganz klar mein nächstes Album, auf dem ich mich musikalisch noch viel mehr austoben möchte. Ein Traum ist ein eigener Film. Aber das bleibt sicher ein Traum.“ Da ist bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen …

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