darknet


In einer kleinen Stadt in Österreich bestellte ein 19-jähriger regelmäßig seine Drogen über das Darknet. Die Drogen-Lieferungen kamen jahrelang sicher und bequem bei ihm zuhause an. Um etwas zu Rauchen zu bekommen, bestellte er es auf dem elektronischen Wege via Internet bzw. Darknet. Das läuft ähnlich wie bei Amazon, man gibt in die Suchfunktion ein, was man haben möchte und verschiedene Anbieter werden zu dem entsprechenden Produkt vorgeschlagen. Und genauso wie es im Web 2.0 eben läuft, gibt es auch im Darknet zu den illegalen Produkten und den Händlern Bewertungen und Kommentare von anderen Usern. Scheint ja irgendwie und eigentlich eine transparente Sache zu sein.
Was damit begann, seiner Cannabis-Sucht easy und einfach regelmäßig nachgehen zu können ohne sich dabei auf der Straße herumtreiben zu müssen (ganz im Super-Kiffer-Stil, denn die gelten ja als besonders faule Socken), wurde zu regelmäßigen Großbestellungen auch von Pep, Pillen und Pilzen. Der Stoff, der ihm mit der Post meist aus Deutschland oder Holland geliefert wurde, beläuft sich insgesamt auf über 5 Kilo Amphetamin, über 600 Ecstasys und 150 LSD-Trips. Wie viele Pilze geordert wurden ist unklar.
Das ganze Material war nicht nur zum Eigenkonsum gedacht, sondern er machte auch selbst Business im „alten Stil“ damit und brachte es in dem österreichischen Bundesland Voralberg in Umlauf.

Eine Bestellung mit einer nicht unbeträchtlichen Menge Pep kam jedoch dann doch nicht bei dem 19-jährigen wie gewohnt an. Die Sendung war aus irgendwelchen unklaren Gründen nicht zustellbar, also ging das Paket zurück zum Absender nach Deutschland. Solche Großdealer sind natürlich nicht komplett dumm, also war der Absender nicht mit der private Adresse des Dealers versehen, sondern eine Fake-Firma von Sportartikeln war angegeben. Der Postbote in Deutschland hatte wiederum Probleme das Paket zuzustellen, denn in dieser Stadt gab es keine Sportartikelfirma mit dem entsprechenden Namen. Allerdings gab der Postbote nicht so schnell auf und brachte das Paket zu einer Eisenwarenfirma, die einen sehr ähnlichen Namen trägt.
Die Geschäftsleitung war verwundert über das zugestellte Paket und noch verwunderter über den Inhalt. Das Päckchen mit dem halben Kilo Pep wurde kein Einzelfall, es folgten noch weitere Päckchen mit illegalen Inhalt. Bereits bei dem ersten Drogen-Paket meldete die Eisenwarenfirma dies der Polizei. Die Polizei bat die Geschäftsleitung, das Spielchen eine Zeit lang mitzuspielen, um eine Spur zum Großdealer zu bekommen.

Eine Spur führte jedenfalls zurück zu dem jungen Mann aus Bludenz; dem oben erwähnten 19-jährigen Online-Besteller und eigentlichem Adressat des Paketes. Neben der Dealerei hat der noch Einbruchdiebstahl auf dem Kerbholz. Zusätzlich wurden 5000,- Euro, die aus den kriminellen Machenschaften stammen, beschlagnahmt.
Drei Jahre Haft könnten ihm jetzt deshalb bevorstehen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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Bild:Flickr (Daniel Rehn)