GEMA und Youtube schlossen überraschend einen Lizenzvertrag, der heute in Kraft tritt. Damit gehören die roten Sperrtafeln der Vergangenheit an, kündigt die GEMA in einer Pressemitteilung an.

Die bekannten roten YouTube-Sperrtafeln im deutschen Raum gehören der Vergangenheit an. Wie die GEMA in einer Pressemitteilung vermeldet, haben sich die Organisation sowie das von Google geführte Portal YouTube auf einen einigen können. Ein Lizenzvertrag zwischen beiden Parteien tritt heute in Kraft.

Musikenthusiasten sowie Urheber von Musikrechten dürfte das entgegenkommen. Vor allem aber kam die Einigung sehr überraschend. Jahrelang liefert sich YouTube mit der Verwertungsgesellschaft für Musikrechte einen wahren Kampf, was die Vergütung von auf der Videoplattform angebotenen Musikinhalt angeht. Google argumentierte bisher, dass sie mit dem eigentlich Angebot auf ihrer Website YouTube nichts zu tun hätten, sondern nur eine Möglichkeit zur Verbreitung von Inhalten anbiete. Die Nutzer selber wären die richtigen Ansprechpartner gewesen argumentierten sie weiterhin.

Das ließ die GEMA nicht auf sich sitzen und zog mehrmals vor Gericht. Vergeblich. Erst im Januar ging eine weitere Runde im ewigen Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht München zu Ende – mit einer Niederlage für die GEMA. Das OLG wies die Schadensersatzklage (Streitwert: 1,6 Mio. EUR) der GEMA zurück und bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz aus dem Jahr 2016. Noch im Januar war so kein Ende der ewigen und für User nervtötenden Diskussion.

Für die Gema und ihre Mitglieder sei die Einigung mit Youtube ein Meilenstein, außerte sich Thomas Theune von der GEMA gegenüber FAZ.NET. Die knapp 70.000 Rechteinhaber sollen nun eine Beteiligung für die Nutzung ihrer Werke auf Youtube erhalten und damit auch am Erfolg beteiligt.

Quellen: FAZ.NET, GEMA

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