Arnviður Snorrason alias Exos ist eine absolute Legende im Dub-Techno-Bereich. Im Mai veröffentlichte der Isländer sein viertes Album “Indigo” auf Len Fakis Label Figure. Die seit Mitte der 1990er-Jahre aktive DJ und Producer steht für einen minimalistischen, experimentellen Sound, der von elegant-harmonischen Klängen bis hin zu endloser Rawness ausschweifen kann. Für euch präsentiert er seine Top-5-Dub-Techno-Klassiker.


1. Maurizio – M4.5 (M Series, 1995)
Für mich der beste Track der letzten 25 Jahre. Er besteht zwar aus einem einzigen, zehnminütigen 16-Bar-Loop, aber durch verschiedene Space-Echos und Sounds anderer Effekt-Maschinen wirkt der Track sehr variabel – absolut magisch. Als ich Moritz, Teil des Duos Maurizio, einmal traf, sagte ich ihm, dass dies mein All-Time-Favourite-Track ist. Er lächelte nur und sagte: “Meiner auch.”

 

2. Diego José & Kate-Olivia Martinez – Corrina Molerte (Dub Mix) (Trance America, 1995)
Diese Scheibe wurde 1995 releast. Zu der Zeit waren Dub-Techno- und Minimal-Records unglaublich schwer zu finden, vor allem in Island. Als ich den Track in einem meiner Sets spielte, regte er wohl die Aufmerksamkeit eines der ältesten DJs Islands an. Anschließend kaufte er alle verfügbaren Vinyls über Discogs, so dass niemand anderes die Platte besaß. Dadurch wurde das Ding noch viel seltener.

3. Various Artists a. k. a. Torsten Pröfrock – 1-7  (Chain Reaction, 1995)
Schwer zu sagen, ob dies die beste EP aller Zeiten ist oder “Humana” von Jeff Mills. Kein anderer schaffte es jemals, dem Basic-Channel-Sound so nahezukommen, wie Torsten Pröfrock. Die neueren Generationen kennen dieses Meisterwerk womöglich nicht einmal. Die sieben Tracks auf der EP sind im Prinzip grundverschieden, ähneln sich aber trotzdem in zahlreichen Details. Es wird immer deeper – ein Dub-Fluss, der schließlich in der Unaufhörlichkeit mündet.

 

4. Octal – Heavier Petting (Æ Recordings, 2001)

Dieser Track wurde von meinem Vater im Jahre 1998 produziert – eine unfassbar deepe Platte mit vielen trippigen Sounds und einem EMU-ESI-400-Filter-Sampler. Der Track wurde damals live aufgenommen.

 

5. Studio 1 – Rot 1 (Studio 1, 1996)
Das Label Studio 1 ist einfach der Wahnsinn. Hauptverantwortlicher dafür ist Wolfang Voigt aka Mike Ink. Nicht nur dieses, sondern alle Studio-1-Releases sind hypnotische Meditations-Meisterwerke. Außer das Orangene vielleicht …

 

Aus dem FAZEmag 101/07.2020
www.soundcloud.com/exos