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Die European Music Managers Alliance (EMMA) fordert, in Form eines Vier-Stufen-Plans und stellvertretend für die Musikmanager von tausenden Künstlern, Songwritern, Musikern, Produzenten und DJs, grundlegende Änderungen beim Streaming sowie die Beseitigung finanzieller Ungleichgewichte.

Explizit fordere man “eine größere Vielfalt von Schöpfern und Unternehmen, die vom Wachstum des Musik-Streamings profitieren können”. Aus einem Bericht der Music Week geht hervor, welche Schritte der Vier-Stufen-Plan anvisiert: So sollen unter anderem die Vertragsmodalitäten zwischen Künstlern und Musikunternehmen angepasst werden. Des weiteren sollen der “Black-Box”-Vertrieb (hierbei handelt es sich um weltweit unidentifizierte und ungezahlte Künstler-Tantieme in Milliardenhöhe) abgeschafft werden und neue Zahlungsmodelle für das Streaming integriert werden. Auch eine koordinierte Wiedereröffnung der Musikmärkte nach der Pandemie werde demnach angestrebt.

Virpi Immonnen, stellvertretende Vorsitzender der EMMA erklärt: “Als Musikmanager lieben und begrüßen wir die Streaming-Technologie, die zu einem großen Teil aus Europa stammt und dem Tonträgergeschäft wieder zu Wachstum verholfen hat. Wir haben uns von einem Markt, der vom Verkauf von CDs und Downloads abhängig war, zu einem Markt entwickelt, der sich um Zugänglichkeit und Streams dreht. Diese Veränderungen haben die Dynamik unseres Geschäfts für immer verändert. Ohne eine ähnliche Neuausrichtung der Verträge, der Lizenzierungspraktiken und der Einnahmenverteilung laufen wir allerdings Gefahr, die kreativen Talente, von denen unsere gesamte Branche abhängt, zu entmündigen”.

Der Vier-Punkte-Plan soll also den vergangenen Entwicklungen innerhalb des Sektors entgegenwirken, die in jüngster Vergangenheit immer wieder für Debatten und Kontroversen gesorgt hatten. Ausschlaggebend dafür waren Streaming-Unternehmen wie Spotify, Google, Amazon und Pandora, die eine Erhöhung der Tantieme für Songwriter verhindern wollten, nachdem das Copyright Royality Board diese in den Vereinigten Staaten von 10,5 Prozent auf 15,1 Prozent erhöhen wollte.

Gleichzeitig – und das ist durchaus kontrovers – startete Spotify anfang des Jahres seine Music-Relief-Initiative für von der Pandemie betroffene Künstler. Auch ein Trinkgeld-System wurde eingeführt, durch das Hörer den Künstler selbst oder eine vom Künstler ausgewählte Wohltätigkeitsorganisation finanziell unterstützen können.

Spotifys Strategie kann folgerichtig als zweischneidiges Schwert betrachtet werden, was wiederum nicht jedermann gefällt. Im Oktober startete die United Musicians and Allied Workers Union (UMAW) deshalb eine neue Kampagne und forderte den Streaming-Riesen dazu auf, die Künstlerzahlungen zu erhöhen und weitere Änderungen am Geschäftsmodell vorzunehmen.

 

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Quelle: Music Week, DJMag