Im Leipziger Club „Conne Island“ wurde eine Show wegen Verdacht auf Vergewaltigung abgebrochen. Der Verdächtigte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Das „Conne Island“ nahm Bezug auf den Vorfall: „Wir verurteilen den Übergriff während der Veranstaltung.“ Auch das Bandkollektiv äußerte sich auf Facebook: „Wir bedauern zutiefst, dass ein solcher Vorfall im Rahmen unserer Veranstaltung möglich war, und sind schockiert, traurig, und fühlen uns sprachlos.“

Polizei und Staatsanwaltschaft der Stadt Leipzig gaben an, dass es sich um ein Bandmitglied des Kollektivs handele. Die Musiker distanzieren sich allerdings eindeutig von dem Beschuldigten und sagten, dass er nicht zum Kern der Gruppe gehöre.

Das Künstlerkollektiv besteht bereits seit mehr als 20 Jahren und ist für ihre ausschweifenden und einzigartigen Partys bekannt. Ein solcher Vorfall hat sich in der langen Karriere der Band nie ereignet und die Mitglieder zeigten sich stark betroffen.

Inzwischen hat das Kollektiv ein Update gepostet:

Update: Stellungnahme von HGich.T zu den Vorfällen im Rahmen der Aftershowparty am 27.12. im Conne Island in Leipzig

Die Geschehnisse rund um die Vorgänge während unseres Konzerts in Leipzig haben uns bis zum heutigen Tage schockiert und erschüttert zurückgelassen. Wir möchten an dieser Stelle nochmal versuchen, einen Zwischenstand mitzuteilen, soweit es uns möglich ist. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir jedoch noch keine weiteren Informationen über die genauen Vorgänge, die sich nach dem Konzert in Leipzig zugetragen haben – weder Polizei noch das Conne Island als Veranstalter haben uns bisher nähere Informationen zukommen lassen. Wir versuchen euch aber mit Hintergrundinformationen so transparent wie möglich zu versorgen. Das wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Aufklärung beitragen ist absolut klar.

Da natürlich vielerorts die Frage aufkam, um wen es sich denn nun handelt, wenn nicht um ein festes Mitglied der Band, möchten wir jetzt einmal versuchen, Aufklärung zu schaffen und die Strukturen der Band und um die Band zu erläutern. Wie viele vielleicht wissen, sind wir ein großes Kollektiv, d.h. ein Zusammenschluss sehr vieler verschiedener Menschen. Viele davon sind bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil, d.h. fest involviert in Musik, Hintergrundarbeit, Videos, live on Stage-Entertainment, Dekoration der Bühne usw. Da wir uns aber bislang als offene Gruppe sahen, haben wir ab und zu auch mal Leuten Zugang zur Bühne gewährt, die nicht fester Bestandteil von HGich.T sind. Diese freien Strukturen und Freiheiten, die wir Leuten gegeben haben, die wir selbst nicht 100%ig kennen oder einschätzen können, wird es in Zukunft so nicht mehr bei uns geben. Wir wollten niemanden jemals in Gefahr bringen. Wir möchten nochmals betonen, dass wir uns von dieser Person und ihrem Verhalten in aller Form aufs Schärfste distanzieren. Die beschuldigte Person war als Lichttechniker bzw. Dekorateur von uns engagiert worden. Von Polizei, Staatsanwaltschaft und Medien wurde dies falsch interpretiert und die Person als Musiker bzw. Bandmitglied dargestellt, was schlichtweg falsch ist. Nichtsdestotrotz ist und bleibt der mutmaßliche Vorfall eine schwerwiegende Straftat und wird von uns vollumfänglich verurteilt.

Wir wissen allerdings, wie oben bereits angedeutet, selbst nicht, was genau geschehen ist und wie es zu dem Vorfall gekommen ist. Vorgeworfen wird der Person, übergriffig gegenüber einer weiblichen Konzertbesucherin geworden zu sein und ist wegen Vergewaltigung angezeigt worden. Keiner der anwesenden Bandmitglieder hat jedoch den vorgeworfenen Vorfall gesehen oder hätte daraufhin handeln oder einschreiten können um schlimmeres zu verhindern.

Wir möchten uns jetzt nochmal dazu äußern, warum wir uns trotz des Vorfalls am vorherigen Tag in Leipzig dazu entschieden haben, das Konzert in Berlin zu spielen. Wir haben seit unserer fast 24jährigen Historie eine Situation wie im Conne Island vorher noch nie erlebt. Wir waren alle schockiert, haben viel diskutiert, und mussten die Entscheidung innerhalb weniger Stunden fällen – und das, ohne genaue Kenntnisse über den mutmaßlichen Tathergang / Details zu haben. Die Ermittlungen laufen noch und sind bisher auch laut unserer Kenntnis noch nicht abgeschlossen.
Was für uns für das Folgekonzert am darauf folgenden Tag in Berlin sprach war die Tatsache, dass wir die betroffene Person nicht zugehörig zu unserer Band betrachten und die genauen Umstände des Vorfalls für uns noch völlig unklar waren (und eben auch immer noch sind) und wir gleichzeitig die Leute, die u.a. möglicherweise extra wegen des Konzerts nach Berlin gereist sind, nicht enttäuschen wollten.

Selbstverständlich waren und sind alle Bandmitglieder in Gedanken bei der jungen Frau! Wir haben als Gruppe live auf der Bühne in Berlin vorher explizit versucht auszudrücken, dass wir uns von der beschuldigten Person mit allem Abstand distanzieren.
Wir waren mit der Situation einfach komplett überfordert und sind es auch heute noch. Das Geschehene lässt sich jetzt leider nicht mehr rückgängig machen, aber wir nehmen den tragischen und katastrophalen Vorfall zum Anlass unsere Strukturen dementsprechend anzupassen, so dass so etwas im Rahmen unseres Einflussbereiches nie wieder passieren kann.
Sobald uns mehr Informationen vorliegen, die zur Aufklärung beitragen, werden wir diese wieder mit euch teilen.

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