Melt Festival – Credits: Nicola Rehbein & Jen Krause


Wie die Fachzeitschrift “MusikWoche” berichtet, ist das Veranstaltungsgelände und Freilichtmuseum Ferropolis akut von einer Insolvenz bedroht. Das bei Gräfenhainichen gelegene Areal ist unter anderem der Austragungsort der Festivals Melt! und Splash!.

Ferropolis-Geschäftsführer Thies Schröder legte gegenüber verschiedenen Medien offen, dass man aufgrund der Corona-Pandemie bereits Umsatzeinbuße in Höhe von rund 400.000 Euro hinnehmen musste. Wäre das Insolvenzrecht nicht gelockert worden, hätte eine Insolvenzanmeldung bereits geprüft werden müssen, so Schröder.

Das größte finanzielle Hindernis seien demnach die laufenden Kosten, gegen die man nur schwer ankämpfen könne. Die Betreiber müssen sich beispielsweise um den Erhalt der Industriedenkmäler auf dem Gelände kümmern. Bis ins Jahr 1991 wurde auf Ferropolis Braunkohle abgebaut. Die hierfür verwendeten Bagger sind aufgrund ihres spektakulären optischen Erscheinungsbildes (siehe Foto) zu einer echten Attraktion geworden und sorgen für einen unvergleichbaren Charme, der den auf der Insel stattfindenden Festivals normalerweise in die Karten spielt. Die teuren Erhaltungs-Kosten in Kombination mit fehlenden Einnahmen könnten nun allerdings für ein Wenden des Blattes sorgen.

Wie die MusikWoche berichtet, hatten die Verantwortlichen des Geländes kurz vor dem Corona-Ausbruch offenbar nochmal eine Summe von 350.000 Euro in das Areal investiert – ein wahrlich ungünstiger Zeitpunkt.

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Laut Thies Schröder setze man alles auf die kommende Festival-Saison, die nun den sprichwörtlichen Karren aus dem Dreck ziehen muss. Ein Hoffnungsschimmer sei zudem das kürzlich ins Leben gerufene “Pop-up-Camping”. Touristen können ab sofort Stellplätze auf dem Gelände mieten und dort ihren Urlaub in Zelten oder Wohnwägen-/mobilen verbringen.

Wir drücken die Daumen, dass sich die “Stadt aus Eisen” und die hier stattfindenden Events aus der finanziellen Notlage befreien können.

 

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Beitragsbild: Nicola Rehbein & Jen Krause

Quelle: MusikWoche, Welt