Eine Untersuchung der Technischen Universität Berlin (TU) beschäftigt sich mit dem Corona-Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen.

Das Ergebnis der Studie: Sofern im Theater oder beim Friseur die entsprechenden Hygiene-, Abstands- und Lüftungsregeln eingehalten werden, ist in Büros und Schulen die Ansteckungsgefahr höher.

Lüftungsexperte Martin Krieges hat im Rahmen der Untersuchung mittels des Infektionsrisikomodells, das die TU in Kollaboration mit der Berliner Charité und dem Robert Koch-Institut entwickelt hat, unter Berücksichtigung von Faktoren wie der Aufenthaltsdauer in einem Raum und die Art der ausgeübten Aktivitäten (z.B. viel oder wenig Sprechen, Bewegung, Liegen oder Sitzen), einen sogenannten R-Wert aufstellen können. Für das Ansteckungsrisiko ausschlaggebend ist die eingeatmete Dosis an Aerosolpartikeln, die neben der Ausstoßmenge auch von Atemaktivität und Aufenthaltsdauer im Raum abhängt.

Voraussetzungen für die Studie waren außerdem, dass die Lüftungs- und Abstandsregeln eingehalten werden. Es wird davon ausgegangen, dass eine Maske mit einer Filtereffizienz von 50 Prozent getragen wird.

Die Untersuchung führt unter anderem ein Beispiel mit einem Theaterbesuch auf, bei dem die Belegung 30 Prozent beträgt und eine Maskenverordnung eingehalten wird. Das Resultat ist, dass das Risiko für eine Infektion nur halb so hoch ist wie in einem Supermarkt.

Hier einige R-Werte für verschiedene geschlossene Räume:

Theater, Oper und Museen 30 Prozent Belegung mit Maske: 0,5

Friseur Damen mit Maske: 0,6

Theater, Oper und Museen 40 Prozent Belegung mit Maske: 0,6

Supermarkt mit Maske: 1,0

Restaurant 25 Prozent Belegung: 1,1

Fitnessstudio 30 Prozent Belegung ohne Maske: 1,4

Mehrpersonenbüro 20 Prozent Belegung mit Maske, 1,6

Oberschule 50 Prozent Belegung mit Maske: 2,9

Oberschule 50 Prozent Belegung ohne Maske: 5,8

Der Experte Martin Kriegel hatte bei der Studie die Intention, die verschiedenen Räume im Hinblick auf das Corona-Infektionsrisiko miteinander zu vergleichen.

Eventuell werden diese Ergebnisse ja von der Regierung im Hinblick auf zukünftige Corona-Lockerungen in Betracht gezogen – die Kreativ-Industrie würde sich jedenfalls darüber freuen.

 

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Quelle: Der Tagesspiegel