toraizsp16

Nico von Kollektiv Turmstraße über den Pioneer Toraiz


Kurzes Feedback zum Pioneer Toraiz.

Verarbeitung top, Pioneer typisch Plastik aber solide.
Die Pads finde ich super, nicht zu weich. Lassen sich sehr schön von der Sensibilität anpassen.
Trigger sind ähnlich wie bei der Roland TR-8 ein bisschen wobbelig im Anschlag.
Insgesamt sieht das Ding sehr gut aus und fühlt sich gut an.
Ist ein bisschen groß, wenn es ums Reisen geht, aber vom Gewicht her in Ordnung.

Die Software läuft stabil und schnell auf Firmware 1.1
Eingaben sind verzögerungsfrei. Das Display ist super hell und reagiert gut auf Touch Befehle.

Samples Browsen auf dem Display ist ein Freude. Alles strukturiert nach Ordnern und sehr gut lesbar. Ich wünschte, es gäbe noch Navigationstasten unter dem Drehrad, welches wie beim CD Player hart gerastert ist. Das ist beim Durchscrollen wie Finger Massage und irgendwie unangenehm.

Samples werden sofort wiedergegeben, die Vorhör-Funktion lässt sich abschalten. Ein Druck auf das Drehrad und der Sample ist auf dem Slot.

Sample Editing ist aufs Wesentliche reduziert. Start-End Punkt und Loop. Leider kann man weder Fades noch Richtung für den Loop setzen, was bedeutet – die Loop Geschichte ist für’n Popo.

Man kann längere Samples slicen, aber nur in 16 Parts soweit ich es bisher hinbekommen habe. Das ist lustig, aber auch nicht ausgereift.

Timestretch funktioniert gut bei Loops, für Sounds an sich nur im kleinen Bereich wirklich sauber. Da gibt’s ab dem dritten Semitone schon richtig Artefakte. Aber auch nicht geil wie beim Octatrack – irgendwie Plastik.

Programmierung ist einfach, entweder über die Pads live einspielen oder den Stepsequencer nutzen. Der Toraiz hat eine Patternlock Funktion. Das heißt, hält man einen Trigger fest, kann man Parameter wie Hüllkurve, Pitch oder Slice für einen Step setzen. Was super funktioniert, aber durch die momentan einfachen Bearbeitungsmöglichkeiten irgendwie noch nicht so richtig toll ist. Außerdem hat man bei 16 von Hand programmierten Steps gleich eine Discoorgel im Studio. Jeder Step blinkt und die Trigger sind wirklich hell – Verdammt.
Toll sind die Shuffle- und Offset-Möglichkeiten.

Nun ja soweit so gut, ernüchternd wird es dann, wenn man mal einen Track – beispielsweise eine Hihat Figur – auf den benachbarten Track kopieren will, das geht nämlich nicht.

HALLO ? Copy, Cut, Paste ? Pioneer ?!

Es gibt eine Shift Taste, die genau eine einzige Funktion bedient, Pattern Länge. Da frag ich mich: Warum zur Hölle kann diese Shift-Taste nicht auch eine Copy-, Cut- und Paste-Funktion aktivieren.

Die Effekte in diesem Gerät sind unglaublich Scheiße, sorry. Ich weiß nicht, ob die Software noch eine Alpha ist und die im nächsten halben Jahr das Ding noch aufbohren, aber momentan hat man nur einen Send-Kanal, der entweder Reverb oder Delay als Effekt bietet. Wäre ok, wenn die beiden Effekte nicht klingen würden, als wenn ne Ziege auf´s Blech pisst.
Jeder Track bietet nochmal einen eigenen Insert, da hat man dann einen Flanger und Chorus sowie einen Zwei-Pole EG und einen Multimode Filter. Aber man muss sich schon entscheiden: Filter oder EQ oder doch der Chorus…hier hilft dann nur Resampling. Was wiederum sehr gut und ohne die Maschine zu stoppen funktioniert.

Sampling mit dem Toraiz ist sehr geil, das große Display und der Touchscreen sind hierfür perfekt.

Ok, noch ein paar Kleinigkeiten. Mit Midi ist erstmal nix – weder rein noch raus. Sync geht.

USB sollte man nur zum Samples kopieren nutzen, bei mir pfeift sofort der Ausgang vom Toraiz.

Das Filter rauscht relativ stark, es knackst auch manchmal beim Ein/Ausschalten. Klingt sonst aber gut und hat sicher seinen Sinn, wenn man ihn dann irgendwann mal routen kann.

Ich sehe da wirklich Potenzial in dem Gerät und ich bin zuversichtlich, dass da noch einiges kommt. Aber momentan ist der Preis einfach nicht gerechtfertigt.

Momentan ist die Hardware das Kaufargument…will sagen MPC+TR fühlt sich toll an und der Touchscreen ist perfekt für das Konzept. Nur die Software braucht noch richtige Upgrades. Wenn Pioneer schon bei AKAI und Roland wildert dann doch bitte auch gleich bei Elektron und Smplr.

Und hier gibt es noch mehr Technik…

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