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Razzia im Frankfurter Moon13 – ehemaliger Cocoon-Club


Am vergangenen Samstag musste sich der Frankfurter Club Moon13 einer “Kontroll-Razzia” unterziehen. Der Club Moon13, ehemals der weltweit bekannte Cocoon Club, war den Beamten schon von zwei Razzien zuvor bekannt.

Am Freitag, den 10. Februar, wurde mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss der Club Moon13 in Frankfurt auf den Kopf gestellt. Was bei dieser Razzia vorgefunden wurde, bezieht sich weniger auf Club-Besucher, die etwas zum Konsumieren dabei hatten, sondern ganz klar gegen den Club, dessen Mitarbeiter und die Führung des Geschäfts.

An dem Abend des 10. Februar fanden die Beamten bei den Türstehern Scheckkartenmesser und Quarzsandhandschuhe vor – ein klarer Verstoß gegen das Waffengesetz. Gegen einem Türsteher lag ein Haftbefehl vor. Drei von den fünf Sicherheitsmitarbeitern konnten nur vage Angaben zu ihrem Arbeitgeber machen. Auch die Putzfrau konnte keine gültige Aufenthaltserlaubnis nachweisen, diese war schon abgelaufen und ist somit ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz. Von insgesamt 39 Mitarbeitern konnten nur sechs einen Nachweis über Rentenversicherungen bringen. Es wird weiter wegen möglicher Schwarzarbeit ermittelt.

Das Büro des Betriebsleiters glich mehr einem Fundbüro als einer ordentlichen Geschäftsführung. Dort fanden die Beamten, die den Club inspizierten, ca. 74 persönliche Gegenstände, die aller Wahrscheinlichkeit nach Gäste in einer Club-Nacht verloren hatten. Personalausweise, Führerscheine, Handys, Geldbörsen und Schmuck wurden dort gehortet. Das Ordnungsamt und die Polizei ermittelt hier wegen Verdachts auf Unterschlagung.

Bereits einige Zeit zuvor, am 19. November 2016, fand im Moon13 schon einmal eine Razzia dieser Art statt. Damals wurden ca 138 persönliche Gegenstände in dem Büro der Betriebsleitung gefunden, darunter auch EC-Karten, Schmuck, Personalausweise u.s.w.. Die Polizei konnte anhand der gefundenen Personalien rund 60 Geschädigte ermitteln, die angaben, dass sie sich beim Club nach den verlorenen Sachen erkundigt hatte, diese aber nie herausgegeben wurden. Daher der dringende Verdacht auf Unterschlagung. Außerdem wurde bei der Razzia im vergangenem Jahr eine kleine Menge Kokain in dem Büro sichergestellt.

Am 10. Februar wurde der Club vorerst von den Behörden geschlossen. Der Grund: Ungezieferbefall.
Am letzten Samstag bei der sogenannten “Kontroll-Razzia” waren die Mängel augenscheinlich beseitigt worden. Der Club konnte wieder öffnen und mit dem Betrieb fortführen. Auch die Position des Betriebsleiters wurde neu ausgeschrieben. Überraschenderweise nicht nur die Stelle für die Betriebsleitung des Moon13 in Frankfurt, sondern auch für weitere Clubs wie Europalace in Wiesbaden, Viva in Bad Kreuznach, Penthouse in Stuttgart und Grey in Konstanz. Ganz offensichtlich wurden  personelle Konsequenzen gezogen. Das Journal-Frankfurt versuchte eine Stellungnahme seitens der Betriebsleitung des Moon13 zu bekommen – bislang vergebens.

Quelle: Journal Frankfurt

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