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Rekordfund – 12 Tonnen Kokain beschlagnahmt – Foto via: Twitter


In Kolumbien ist der Polizei der bisher größte Kokainfund in der Geschichte des Landes gelungen. Es wurden insgesamt zwölf Tonnen der Drogen sichergestellt.

Das Koks wurde in vier Fincas in den Departements Antioquia und Choco beschlagnahmt und soll dem Kartell „Clan de Golfo“ gehören. Der Präsident Juan Manuel Santos, der erst kürzlich den Friedensnobelpreis für das Beenden des Konflikts mit der Farc-Guerilla bekam, lobte den Fund und nennt ihn ein überzeugendes Zeichen der Stärke der Streitkräfte.

Ein Kilo Kokain, das in Kolumbien produziert wurde, kostet schätzungsweise um die 1.500 Dollar (ca. 1.300 EUR). In den USA ist es dann bereits für 30.000 Dollar verkauft. Wenn man den Kilopreis mit der gefundenen Menge multipliziert, kommt man auf die Summe von 360 Millionen Dollar. Das sind wahrlich keine Peanuts mehr.

Santos sprach vom „größten Schlag der Geschichte“. Die Fincas wurden zum Teil aus der Luft attackiert, bevor das Kokain an verschiedene Händlerringe ausgeliefert werden konnte. Angeblich soll für die Rekordmenge Dairo Úsuga, alias „Otoniel“, der Chef des Golf-Clans verantwortlich sein. Er ist einer der meistgesuchten Verbrecher Kolumbiens. Deshalb hofft man nun auf eine heiße Spur zum Anführer des Kartells, der auch als der neue Pablo Escobar gilt.

Bereits seit mehreren Monaten gibt es immer wieder Erfolge gegen den Kokainhandel in Kolumbien. Im Grenzgebiet zu Panama wurden in naher Vergangenheit insgesamt 20 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Das meiste Kokain lässt sich wohl auf das Golf-Kartell zurückführen, die es in diesem Gebiet hauptsächlich operiert. In diesem Jahr wurden insgesamt bereits 362 Tonnen Kokain sichergestellt. Eine gute Quote, wenn man bedenkt, dass in Kolumbien jährlich schätzungsweise 900 Tonnen der Droge hergestellt werden. In Europa allein soll nach Schätzungen im Jahr fast sechs Milliarden EUR mit Kokain umgesetzt werden.

Man hat mit einem millionenschweren Programm der Vereinten Nationen versucht, Kolumbien beim Zurückdrängen des Kokaanbaus zu helfen. Die Bauern sollen andere Agrarprodukte wie Kakao oder Kaffee animiert werden. Jedoch bringt die Coca den Bauern weitaus mehr ein oder sie werden einfach von den Kartellen unter Druck gesetzt. Außerdem wird in vielen südamerikanischen Ländern auch Koka zum traditionellen Konsum angebaut. Deshalb scheiterten diese Hilfsprogramm meist in der Vergangenheit.

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