mario


Da hat sich Mario Basanov aka Marijus Adomaitis aka Ten Walls aber ordentlich in die virale Scheiße geritten. Der litauische Star-Produzent von „Walking With Elephants“ hat vor wenigen Tagen auf FB ein heftiges Anti-Schwule-Statement gepostet, dieses aber mittlerweile gelöscht und sich auch dafür entschuldigt.

Was war passiert?

Der Litauer hatte auf seiner privaten Facebook-Seite gepostet, dass LGBTIs (Einschub: Diese aus dem englischen Sprachraum stammende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender wirft diese sexuell unterschiedlichen Personen in einen Topf und sagt aus, dass es sich hierbei um eine Gemeinschaft handelt, deren sexuelle Ausrichtung nicht der Norm entspricht.) eine besondere Spezies seien.

In dem Post hat er geschrieben: „Ich erinnere mich daran, dass ich für einen litauischen Musiker arbeitete, der versuchte mein ‚Gehirn zu waschen‘. Er sagte zu mir, ich solle nicht so intolerant und konservativ sein.“

Darauf fragte Basanov den Musiker, was dieser täte, wenn er erführe, dass der Hintern seines 16-jährigen Sohnes von seinem Freund penetriert würde. Dieser antwortete mit Schweigen.

Aber das war noch nicht alles. Weiterhin schrieb Basanov, dass es in den guten alten 1990er Jahren normal gewesen ist, dass diese besonderen Spezies gebrandmarkt gewesen wären. Außerdem verglich er LGBTIs mit pädophilen katholischen Priestern, als er eine Geschichte aus Irland zum Besten gab.

„Während eines Gigs in Irland sah ich auf meinem Weg zum Hotel einen Kirchzaun, der mit Hunderten von Baby-Schuhen dekoriert war. Ich fragte mich, was das zu bedeuten habe und mein Fahrer erklärte mir, dass Priester viele Jahre lang unter dem Mantel der Kirche Kinder vergewaltigt hätten.“ Weiter stellte er fest: „Leider sieht es so aus, als ob Menschen dieser speziellen Art weitermachen mit ihren kranken Dingen, und niemand hindert sie daran, obwohl es jeder weiß.“

Einen Tag später löschte er den Post und entschuldigte sich – allerdings sehr fadenscheinig. „Ich möchte mich für den Post entschuldigen, der nicht meine wahre Meinung widerspiegelt.“

Warum hat er es dann verfasst, fragt sich auch der schwule litauische Filmemacher Romas Zabarauskas, den der Zwischenfall geschockt hat; genauso wie viele Ten Walls Fans. Ein Fan hat daraufhin das Discogs-Profilbild von Ten Walls mit einem Gay-Porno-Bild versehen.
Außerdem sagte Zabarauskas, dass es in Litauen gerade darum gehe, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu legalisieren, und da bräuchte man Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten.

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Interview mit Ten Walls zum Track des Jahres 2014

Schon im Frühjahr 2013 konnte das mysteriöse Projekt mit seiner wegweisenden „Gotham“-EP einen Sturm der Begeisterung auslösen – sowohl bei DJs als auch auf dem Tanzflur, über den sie sich im Verlaufe des Jahres zur Hymne der Szene entwickelte. Man staunte tatsächlich noch mehr, als die „Reqiuem“-EP anschließend belegte, dass es sich nicht um einen One-Hit-Wonder handelt. Und da alle guten Dinge drei sind, entert „Walking With Elephants“ im FAZEmag Jahrespoll die Krone in der Kategorie „Bester Track 2014“. Wir sprachen mit Ten Walls bereits in einer früheren Ausgabe, aber auch diesmal konnten wir den eher medienscheuen Litauer für ein Interview gewinnen.

Herzlichen Glückwunsch, du hast für die FAZEmag Leser den besten Track im vergangenen Jahr abgeliefert. Wo bist du aktuell und wie geht es dir?
„Wow, das freut mich sehr. Ich bin aktuell in London und feiere mit Freunden meinen Geburtstag. Diese Nachricht ist in jedem Fall ein weiteres Geschenk …“

Wie schaust du persönlich auf 2014 zurück? Was waren deine Highlights?
Das Jahr war voller toller Momente, denn es war das Jahr wo der Hype um meine Person sehr groß wurde. Dennoch möchte ich eine Situation besonders hervorheben. Es war unfassbar beeindruckend, beim Unknown Festival, Kroatien tausende Menschen sitzen zu sehen, während des Breaks bei ‚Walking With Elephants‘ und anschließend explodieren sehen, wenn die Kick wieder einsetzte.

Was war deine Idee, als du mit dem Track begonnen hast?
Ich wollte schon immer mal einen Track mit Posaunen und Tuba-Sound aufnehmen und diese Elemente mit elektronischer Musik kombinieren.

Du hast uns beim letzten Interview erzählt, dass du dir ein neues Studio in deiner Heimat Vilnius eingerichtet hast. Was können wir da in den nächsten Wochen und Monaten erwarten?
Die Arbeiten dauern noch immer an. In wenigen Wochen wird es komplett fertig sein, denke ich. In 2015 werde ich ein Album veröffentlichen, so viel sei verraten. / Interview: Rafael Da Cruz