Symbolbild


Das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport der britischen Regierung hat einen Bericht über die Streaming-Wirtschaft veröffentlicht. Darin heißt es, das Streaming-Modell benötige einen „totalen Reset“. Als Gründe führt das Ministerium unter anderem „erbärmliche Renditen“ an. Es seien mehrere grundlegende, radikale Änderungen erforderlich, um Künstler*innen auf faire Weise zu entlohnen.

Schlussfolgernd heißt es in dem Bericht: „Die kläglichen Erträge aus dem Musikstreaming wirken sich auf das gesamte kreative Ökosystem aus. Erfolgreiche, von der Kritik gefeierte professionelle Künstler sehen sich geringen Erträgen ausgesetzt und weniger populäre Interpreten werden gänzlich ausgegrenzt […].“ Gerade jungen, ambitionierten Künstlern würden deshalb häufig Steine in den Karriereweg gelegt werden.

In dem Bericht wird außerdem die Behauptung aufgestellt, dass Streaming-Dienste rund 30-34 Prozent der Einnahmen aus einem Stream für sich beanspruchen können, wohingegen das Label 55 Prozent erhalte. Der Rest würde zwischen Künstler*innen, Verlag und Songwriter*innen aufgeteilt werden. Insbesondere große Plattenlabel wie Warner, Sony oder Universal profitieren vom Wachstum der Streaming-Branche ungeheuerlich, bekundet Will Page, ein ehemaliger Chefökonom bei Spotify, gegenüber dem „Guardian“. Die Künstler*innen auf der anderen Seite würden proportional gesehen so gut wie gar nicht davon profitieren, so Page.

Abschließend spricht das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport diverse Empfehlungen aus, um die Streaming-Wirtschaft vor allem für Künstler*innen lukrativer zu gestalten. So sollte es Musikschaffenden erlaubt sein, die Rechte an ihren Werken nach einer gewissen Zeit von den Labels zurückzuerobern und Künstler*innen sollten das Recht haben, ihre Verträge je nach Erfolg anzupassen. Auch fordert man die Transparenz von Tantiemenketten sowie Verpflichtungen, um Lizenzvereinbarungen für nutzergenerierte Content-Hosting-Dienste zu normalisieren.

Den gesamten Bericht könnt ihr hier lesen.

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Quellen: DJMag, UK Parliament, Guardian