Festival – Symbolbild


 

Die Britin Annie Mac, alias Annie MacManus, hat ihre Enttäuschung darüber getwittert, dass das kürzlich veröffentlichen Line-up des Reading and Leeds Festivals aus England nicht geschlechterspezifisch ausgewogen aufgestellt sei. Sie fühle sich entmutigt darüber, dass viel weniger Frauen für das Festival gebucht worden sein, als männliche Acts.

Die erfolgreiche DJ stammt aus einer sehr musikalischen Familie. Bruder Rod ist Volksmusiker, Schwester Rachel ist Künstlerin und Bruder Davey ist der Leadsänger von der berühmten Indie-Band The Crimea. Sie selbst begann ihre Karriere im Radio als Musikjournalistin, wo sie ihre Erfahrungen sammelte und schließlich irgendwann hinter den Desks landete. Annie Mac hat in den letzten sechs Jahren ihr eigenes Festival Lost & Found geleitet, bei dem sie großen Wert darauflegte, dass zu gleichen Teilen männliche und weibliche Künstler spielen. Auch dieses Jahr machte sie keine Ausnahme, denn von den 59 Künstlern sind insgesamt 27 weiblich.

Laut Annie Mac sei das Thema viel weitgreifender und würde nicht nur Festival-Bookings betreffen. In allen Bereichen der Musikbusiness wären Frauen unterrepräsentiert. Es sei einfach nicht annähernd gleichwertig. Ihr Twitter-Post kann als ein Aufruf, ein Appell an die Musikindustrie gesehen werden. Ihr es wichtig, dass eine Sensibilität für Gendergleichheit in der Musikbranche entsteht. Letztes Jahr war das Primavera Sound in Barcelona das erste große Festival, das eine gleichberechtigte 50/50-Geschlechterbesetzung aufwies, und wird das auch weiterhin tun.

 

Das könnte dich interessieren:
Primavera Festival 2019 – 50/50 Line-up

Rocky Valente – Echoes from the Future
Geschlechtergleichheit: Mehr als 250 Musikorganisationen haben sich verpflichtet
IPSUM in Zürich mit Kobosil und Marcel Dettmann – ein Interview mit der Crew

Foto: Tassilo Dicke