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Drogen – kostenlose Tests – richterliche Schnellverfahren


Nach den drei XTC-Toten von 2014 werden auch in diesem Jahr extra Maßnahmen getroffen, um den Besuch des Amsterdam Dance Event angenehmer, aber auch vor allem sicherer zu machen. Wir fassen für euch alle gesetzlichen Ausnahmeregelungen während des ADE zusammen. Die Spielregeln während ADE: Drogen – kostenlose Tests – richterliche Schnellverfahren und Wasser für alle

Die Gemeinde Amsterdam hat zusammen mit Polizei, Staatsanwaltschaft und weiteren Organisationen einen umfassenden Maßnahmenkatalog ins Leben gerufen, der den Besuch des diesjährigen ADE nicht nur angenehmer, sondern vor allem auch sicherer macht. Im Fokus liegt vor allem eine zeitliche Anpassung der landesweiten Drogenpolitik. Im letzten Jahr starben drei Personen aufgrund ihres XTC-Konsums. Alle beteiligten sind sich einig, dass dies nicht noch einmal passieren dürfe. Clubs, die bei allen Punkten des Kataloges mitarbeiten erhalten im Gegenzug eine „OpenEnd“-Konzession – heißt, für sie gilt keine Sperrstunde.

Das Ziel der Maßnahmen läuft unter dem Motto
Drogen gehören nicht auf Partys! In der Praxis kann der Konsum aber nicht verhindert werden.“

Um euch auf euren anstehenden Besuch des ADE vorzubereiten, fassen wir die wichtigsten Punkte für euch zusammen.

Organisatoren sind verantwortlich für die Sicherheit
Die Gemeinde und die Polizei übergibt Organisatoren der einzelnen Feiern viel Verantwortung was Besitz und Handel von Drogen sowie die allgemeine Sicherheit angeht. Organisatoren werden regelmäßig darauf kontrolliert, ob sie ausreichende Maßnahmen nehmen, um die Sicherheit der Besucher mehr als ausreichend zu gewähren. Wundert euch also nicht, falls ihr beim Einlass strenger kontrolliert werdet, als ihr es sonst von Partys gewohnt seid. Die Organisatoren haben ein Interesse daran nicht im Visier der Politik zu landen.

Konstenlos Wasser
Der Punkt der Verantwortung beinhaltet auch das kostenlose Bereitstellen von Trinkwasser. Besucher sollen nicht nur mit der Flasche unterm Wasserhahn auf der Toilette hängen, sondern auch an Theken kostenlos Trinkwasser erhalten. Dies ist ein wichtiger Punkt des Maßnahmenkataloges um Dehydrierung und Überhitzung vorzubeugen.

Der Fokus liegt auf Dealer – nicht auf Konsumenten
Die Polizei wird sich vor allem während des ADE mehr darauf konzentrieren Dealer aufzuspüren und zu bestrafen. „Wir wollen die Dealer bestrafen, nicht den Gast“, so das Motto. Besucher, die Drogen in Mengen von „Eigengebrauch“ mit sich führen, müssen im Allgemeinen keine Strafverfolgung befürchten. Clubs – vor allem Türsteher – werden angewiesen, bei Personenkontrollen Drogen für den Eigengebrauch einzubehalten und die Person lediglich des Events zu verweisen. Bei Mengen in Handelsmenge werden die Besucher direkt mit der Polizei konfrontiert.

Eigengebrauch oder Handelsmenge? Die Fünf-Pillen-Grenze
Dieser Punkt deckt sich mit der Absicht, die Strafverfolgung nicht auf Konsumenten zu richten. Die Politik hat beschlossen, dass während des ADE der persönliche Besitz von bis zu fünf Pillen als „Eigengebrauch“ zu bezeichnen ist und nicht als „Handelsmenge“. Das hat den Hintergrund, dass nach Erfahrungen der Amsterdamer Polizei meist eine Person die Verantwortung für eine ganze Gruppe übernimmt, und die Drogen für die Gruppe bei sich hat, diese aber nicht alleine konsumiert. Um nicht jedem den Schwarzen Peter aufzudrücken wird diese Regel eingeführt.

Aber Achtung! In den Niederlanden ist eine Tolerierung nicht gleichzustellen mit einer Legalisierung. Die Drogen werden abgenommen, Geldstrafen verteilt und ihr bekommt einen Eintrag ins Strafregister. Lediglich eine Strafverfolung durch Gerichte findet nicht statt – das ist der einzige Unterschied.

Das folgende Video solltet ihr euch zu Herzen nehmen. Es gibt wertvolle Informationen und Tipps über das Feiern und den Konsum von Drogen in den Niederlanden. Auch wenn es immer wieder zu Missverständnissen kommt, auch in den Niederlanden ist jeglicher Drogenkonsum illegal – ja, auch Kiffen!

„Gerichtsstraße“ – Strafverfahren im Schnellverfahren
Was beim Lowlands funktioniert hat, wird in diesem Jahr auch beim ADE eingesetzt: Die „Strafrechtstraat“ – eine Gerichtsstraße. Richtig, quasi ein Drive-In-Gerichtssaal im übertragenden Sinne. Wer mehr als die besprochene Menge an Eigenbedarf bei sich trägt wird direkt zum improvisierten Gerichtssaal gefahren, wo euch ein Richter und ein Anwalt empfangen um euch die Strafe mitzuteilen, die dann auch sofort umgesetzt werden. Geldstrafen könnt ihr auch per Kreditkarte bezahlen.

Pic by mixmag.net

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Vorsorge und Aufklärung
Während des ADE wird viel Aufklärung betrieben. Es werden Poster hängen die auf die teils tödlichen Gefahren von Drogen direkt hinweisen. Quasi wie Warnhinweise auf Zigarettenpackungen, nur größer hängend in Clubs und an Bushaltestellen. Auch die „ADE-Pille“, vor der bereits ausführlich gewarnt wurde“ wird Thema sein. Denn der Konsum dieser kann durchaus tödliche Folgen haben.

Konstenlose Drogentests
Wer seine Drogen anonym testen möchte, der findet in der Keizersgracht 572 eine kostenlose Beratungsstelle. Hier können Personen völlig anonym ihre Drogen testen lassen. Das kann auf zwei unterschiedliche Weisen geschehen. Die erste ist das Schnellverfahren, der Marquis-test. Hier wird nur analysiert, welche Stoffe sich genau in der mitgebrachten Droge befinden. Das passiert während der Besucher wartet. Beim zweiten Verfahren können genaue Angaben zu Menge von verschiedenen Stoffen gemacht werden um die genaue Wirkung einschätzen zu können. Hierbei muss die analysierte Droge jedoch einbehalten werden und das Verfahren dauert mehrere Tage. Auch allgemeine Aufklärung wird hier betrieben.

Die Beratungsstelle hat folgende Öffnungszeiten:
Mittwoch–Freitag: 17:00 bis 20:30 Uhr
Samstag: 14:00 bis 17:30 Uhr
Die Adresse ist Keizersgracht 572.

Viel Spaß auf dem diesjährigen Amsterdam Dance Event!

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