Fusion – Foto: Paul Bankewitz


Auf dem Gelände der Fusion in Mecklenburg-Vorpommern ist am Sonntagvormittag ein 28-Jähriger tot aufgefunden worden.

Nach Angaben des leitenden Arztes habe der Mann aus Mainz in einem Zelt gelegen, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte und ein Notarzt hätten nur noch den Tod feststellen können. Kriminalpolizisten seien zum Einsatz gekommen. Die Todesursache sei noch unklar, es gebe aber keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Freunde des verstorbenen mussten auf dem Gelände vom Sanitätsdienst des Festivals psychologisch betreut werden. Wie die Fusion am Nachmittag auf Twitter mitteilte, hat es um 17 Uhr eine Schweigeminute gegeben. „Lasst uns innehalten und gemeinsam trauern. Wir kümmern uns um seine Freundinnen und Freunde und sind in Gedanken bei den Angehörigen. Wir alle sind traurig und niedergeschlagen.“, heißt es in dem Tweet.

Nachtrag: Staatsanwaltschaft ordnet Obduktion an

Die Fusion Festival in Lärz besuchten dieses Jahr rund 70.000 Menschen. Die Abreise der Besucher am Sonntag bei hohen Temperaturen stellte für Polizei sowie Nahverkehr eine große Herausforderung dar. Wie die Ostsee Zeitung berichtet, rechnete die Bundespolizei allein in Richtung Berlin und Rostock mit knapp 16.500 Bahnreisenden, wie sie am Sonntag per Twitter mitteilte. Es würden zusätzliche Sonderzüge eingesetzt, hieß es. Insgesamt reisten knapp 25.000 Personen nach Veranstalterangaben mit dem Zug, weitere 25.000 wurden mit eigens dafür organisierten Bussen befördert. Wie schon bei der Anreise führte die Polizei am Sonntag wieder Straßenkontrollen durch. Auf der B198 in Vipperow und in Zirtowwurden bis zum Abend 70 Beamte eingesetzt, wie die Polizei Neubrandenburg mitteilte. Bei der Anreise am Mittwoch und Donnerstag waren den Angaben zufolge insgesamt 23 Anzeigen wegen Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln und rund 30 Anzeigen wegen des Besitzes unerlaubter Substanzen erstattet worden.

Die Arbeit der Polizei rund um das Festival war das alles beherrschende Thema in den vergangenen Wochen und Monaten gewesen. Seit November ging es vor allem um die Frage, ob die Beamten jederzeit und anlasslos Zutritt zum Festivalgelände haben sollten. Die Veranstalter drohten, dass es mit Polizeipräsenz auf der Fusion kein Festival geben werde. Erst vor wenigen Wochen einigten sich beide Parteien. Die Polizei erhielt demnach zwar keinen Zutritt zum Gelände, jedoch wurde eine mobile Polizeiwache am Rande des Geländes errichtet. Vor der Entdeckung des Toten war erste Bilanz der Polizei noch positiv ausgefallen: Während des Festivals sei es sehr ruhig gewesen, sagte Polizeisprecherin Nicole Buchfin. An der mobilen Polizeiwache außerhalb des Festivalgeländes seien bis Sonntagmittag lediglich zwei Diebstähle gemeldet worden. Außerdem wurden zwei Dinge auf der Wache abgegeben: eine Fundsache und ein Päckchen mit einem weißen Pulver – vermutlich Betäubungsmittel.

 

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