Der Loveparade-Klassiker schlechthin. Es gibt wohl keinen Track, den man mehr mit der Parade verbindet als „Meet Her At The Loveparade“ von Da Hool. 1996 veröffentlicht, enterte der Track 1997 auch die deutschen Charts, kletterte dort bis auf Platz 4. Bis heute gibt es unzählige Remixe, einer der bekanntesten ist wohl die Version von Nalin & Kane.


Hast du noch einen Überblick, wie viele “Meet Her At The Loveparade”-Remixe es gibt und welchen findest du am besten, welchen am schlimmsten?

Nee, einen Überblick habe ich wirklich nicht mehr, das Netz ist voll mit Bootlegs und nicht offiziellen Versionen, der eine schlechter, der andere besser. Ihr ahnt ja nicht, wie viele Anfragen wir fast monatlich über unseren Verlag Warner Chappell oder unsere Social-Media-Accounts für Remakes und Coverversionen bekommen. Die meisten Versionen sind alle nicht sexy und echt langweilig und man hat oft das Gefühl, dass man das alles schon irgendwie zwanzig Mal gehört hat.

Wie war der Vibe im Studio beim Produzieren? Welchen Workflow hattest du damals?

Der Vibe war mega! Ich kam sonntagabends von der Loveparade aus Berlin nach Hause, konnte nicht schlafen und bin einfach ins Studio gegangen, habe ein wenig musiziert und auf meinen Tasten rumgeklimpert. Ich hatte richtig Spaß beim Produzieren des Tracks, war kreativ, bis ich irgendwann müde wurde.

Aus welchem Synthie stammt die unglaubliche Hook und wie kam es zu dieser Harmoniefolge?

Das müsst ihr raten! Ich habe mir diesen Sound selbst zusammen gebaut, in dem ich verschiedene Oszillatoren gegeneinander verstimmt habe und den Sound geschraubt habe – und ich behaupte, dass ich ihn heute mit Sicherheit nicht mehr eins zu eins nachbauen könnte. (lacht)

Woher stammten die Drums und wie wurden sie bearbeitet?

Ich hatte damals ein Standard-Drumset in meinem Akai-Sampler mit verschiedenen Drumsounds aus Drumcomputern wie 909, 808 usw. Zusätzlich hatte ich noch einen Percussion-Loop benutzt, den ich durch einen Resonanzfilter gejagt habe.

Wie bist du an die treibende Bassline herangegangen?

Die treibende Bassline ist nur ein einfacher Off-Bass, wie er einfacher eigentlich gar nicht geht.

Gibt es Elemente, die du anders produzieren würdet, wenn du den Track heute noch mal machen würdest?

Ich würde ihn mit der heutigen Technik einfach nur fetter und zeitgemäßer produzieren.

Heute ist Techno oft dark und dystopisch. Dein Track versprüht jedoch eine lebendige Fröhlichkeit, was war die Inspiration hierfür?

Die einzige Inspiration war, dass ich die Eindrücke der Loveparade vom Wochenende noch einmal verarbeitet habe. Ich habe aus dem Bauch heraus einfach diese Melodie gespielt, die mir beim Spielen auf dem schon programmierten Drums+Bass-Layout eingefallen ist.

Ging der Mixdown Hand in Hand mit dem Produzieren, oder trennst du das streng?

Normalweise trenne ich das sinnvoll! „Meet Her At The Loveparade“ habe ich allerdings komplett in nur einer Nacht fertig produziert, ohne jeglichen zusätzlichen, späteren Mixdown. Am Ende meiner nächtlichen Session war ich gar nicht mehr sicher, wo und wie ich diesen Track einordnen sollte, ich habe ihn zwei Tage später erst wieder im Auto gehört und fand ihn mit frischen Ohren gar nicht so schlecht. Und umso mehr ich ihn hörte, umso besser fand ich ihn, dann habe ich mich entschieden, ihn genauso zu veröffentlichen, wie er ist.

Was war dein bestes Loveparade-Erlebnis?

Ich glaube, ich hatte Sex auf dem Float. (lacht)

Wie sind deine weiteren Pläne für das Jahr?

Viel Produzieren, viele Gigs spielen und dabei gesund bleiben – Rock’n’Roll!


Noch mehr Track-Checks:
Ian Pooley – Celtic Cross (Force Inc.)
Chopstick & Johnjon – Pining Moon (Suol)
Butch – Countach (Cocoon) 
Isolée – Beaut Mot Plage (Playhouse)
SBTH – Ribolla (Lossless)
Matthias Meyer – November Rain (Watergate)
Axel Boman – Purple Drank (Pampa Records)
Sascha Funke – Mango (BPitch Control)
Format:B – Chunky (Formatik)
CamelPhat & Elderbrook – Cola (Defected)

Justus Köhncke – Timecode (Kompakt Records) 
Frankey & Sandrino – Acamar (Innervisions)

Oxia – Domino (Kompakt)

Andhim – Tosch (Superfriends)
Gabriel Ananda – Ihre persönliche Glücksmelodie (Karmarouge)

Ninetoes – Finder (Kling Klong)
Die Vögel – Blaue Moschee (Pampa Records)

 

Ende April erschien Da Hools neue Single „Dancing In The Rain“ feat. Julia DeTomaso. www.hool.tv