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Laut einem Bericht der Britischen Zeitung The Guardian soll die Google-Tochter YouTube kleineren Labels mit der Löschung ihrer Inhalte von der Video-Plattform gedroht haben, sollten diese nicht einen von YouTube vorgelegten Vertrag innerhalb von 24 Stunden unterschreiben. Der Vertrag beinhaltet eine neue Regelung, für einen von Google geplanten neuen, Spotify ähnlichen Streamingdienst. Verschiedenen Gerüchten zufolge soll der unter dem neuen Namen YouTube Music Pass noch in diesem Jahr als kostenpflichtiges Musikabo an den Start gehen.

Grund der Kritik ist vor allem die Vergütung, die YouTube den Musikunternehmen verspricht. Diese sollen weit niedriger sein, als bei vergleichbaren Angeboten, wie Spotify, Rdio oder Deezer. Des weiteren verfolgt Googles Tochter hier eine “friss oder stirb” Taktik. Laut dem Verband Worldwide Independent Network, kurz WIN, erpresst YouTube die Independent-Labels regelrecht. Nicht nur, dass bei einer Nichtunterzeichnung Independent-Labels, wie bereits angesprochen, von YouTube ausgeschlossen werden sollen, der vorgelegte Vertrag soll nach Angaben von WIN auch kaum bis gar keine Spielräume für Verhandlungen beinhalten.

Auch in Deutschland regt sich Widerstand. Der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT), der sich um die Vertretung kleinerer Musikverlage in Deutschland kümmert, wundert sich über das Vorgehen von Google. Er sieht hier eine ganz klare Bedrohung  unabhängiger Musik-Labels. „Kleine und mittlere Musikunternehmen auf diese Art und Weise anzugehen, um sie in untragbare Verträge zu zwingen, ist eine Frechheit. YouTube missbraucht hier ganz klar seine Marktposition – ein Verhalten, das wir keinesfalls tolerieren können”, so Jörg Heidemann, stellvertretender Geschäftsführer des VUT, in einer offiziellen Pressemitteilung. Laut eigenen Angaben machen die kleineren Labels rund 30% des Musikmarktes aus. “Darauf werden YouTube-Nutzer und -Nutzerinnen nicht verzichten wollen. Darum erwarten wir von YouTube genau wie von anderen Musikdiensten eine faire Vergütung und faire Vertragsbedingungen, die es Künstlern und Künstlerinnen sowie den KMU [kleinere- und mittlere Unternehmen, Anm. d. Red.] der Musikwirtschaft erlauben, von ihrer Arbeit leben zu können”, so Heidemann weiter.

YouTube hält sich mit Reaktionen zurück und verweist auf die laufenden Verhandlungen.

Zur Pressemittelung des Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V.
“YouTube subscription music licensing strikes wrong notes with indie labels” – The Guardian

 

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