Das sind die Folgen von Ketamin - Foto von Schlecky Silberstein

Das sind Folgen von Ketamin – Foto von Schlecky Silberstein


Ende 2009 gab es eine Studie in Großbritannien, die sich mit den Langzeitschäden von Ketamin beschäftigte. Viele der Ergebnisse wurde im Laufe der vergangenen Jahre bestätigt. Fakt ist – die Partydroge Ketamin schädigt das Gehirn. Außerdem hat die Studie eine Neigung zur chronischen Psychose offen gelegt.

Ketamin kennt man aus der Medizin und Tiermedizin als Betäubungsmittel – Narkotikum. Wie ihr sicherlich wisst, wird das in anderen Ländern leicht erhältliche Mittel – in Deutschland rezeptpflichtig – auch des öfteren als Partydroge konsumiert. Als „Special K“ (eine Anspielung auf ein Frühstücksmüsli, natürlich ohne Ketamin) war es bei US-Soldaten im Vietnamkrieg beliebt.

Zwar ist bekannt, dass Ketamin Psychose-ähnliche Effekte erzeugen kann, allerdings war bis zu dieser Studie aus England nur wenig über die Langzeitfolgen des Ketaminkonsums bekannt. Die britische Forschungsleiterin Celia Morgan begleitete ein Jahr lang insgesamt 150 Konsument(inn)en. Davon zählten 20 Prozent der Personen zu den Intensivkonsumierenden, weitere 30 Personen konsumierten Ketamin nur etwa ein bis zwei Mal pro Monat und weitere 30 waren Ex-User. Zudem wurden 30 Personen einbezogen, die zwar illegale Drogen, aber kein Ketamin konsumierten und 30 Personen, die gänzlich drogenfrei unterwegs waren.

Alle Teilnehmer unterzogen sich zu Beginn der Studie und nach 12 Monaten ausführlichen kognitiven Tests. Dabei zeigte sich, dass der regelmäßige Konsum mit deutlichen kognitiven Einbußen einher ging, die sich im Verlauf des Jahres verschlimmerten. Gestört waren das Kurzzeitgedächtnis, das episodische Gedächtnis und einige exekutive Funktionen (Verstand). Gelegentliche Drogenkonsumenten hatten in den meisten Tests normale Ergebnisse, ebenso die Ex-Konsumenten.

Ketamin hat eine halluzinogene Wirkung, häufig am Rande zum ‚Horrortrip‘. Um diese Komplikation zu vermeiden, wird Ketamin in der Medizin meist in Kombination mit einem Benzodiazepin verabreicht. Wegen des bekannten Einsatzes an Mensch und Tier gilt die Droge unter Drogenkonsumenten als sicher, was allerdings nicht mehr zutrifft, wenn das Mittel regelmäßig konsumiert wird. Dann drohen nicht nur Schäden an Nieren und Blase, wie frühere Studien gezeigt haben, sondern bei den Intensivkonsumierenden, die bis zu 10 Gramm Ketamin pro Tag verbrauchten, machten sich ungewöhnliche Überzeugungen bis hin zu Wahnvorstellungen bemerkbar.
So glaubten einige an Telepathie oder neigten zu Verschwörungstheorien.

Besonders interessant – Es kam zu Todesfällen zweier Studienteilnehmer. Sie waren im Ketaminrausch in einem Unfall verstorben. Besonders hohe Dosen Ketamin hätten den Effekt, dass Konsumierende kaum noch Außenreize wahrnehmen und ein entsprechend hohes Risiko eingehen, wenn sie beispielsweise als Fußgänger eine Straße überqueren.

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