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Jeder, der sich in Deutschland mit elektronischer Tanzmusik auseinandersetzt, ist schon auf den Augsburger Rainer Weichhold getroffen. Sei es in seiner Funktion als Chef von DJ-Propaganda, A&R und Labelmanager von Great Stuff Records, Macher von Kling Klong Records oder einfach bei seinen DJ-Gigs. Neben seinen DJ-Coaching-Seminaren gibt Rainer Weichhold nun auch in FAZEmag jungen Produzenten jeden Monat Tipps, was sie beachten sollten, wenn sie den inneren Drang verspüren, in der großen weiten Welt der Musikindustrie ihr Glück zu suchen. Kontaktiert Rainer gerne direkt unter rainer@klingklong.com!

In Zeiten von Social Media-Portalen wie Facebook, Twitter, Youtube und Soundcloud werden diese natürlich auch von den Labels und Künstlern genutzt, um auf sich und ihre Veröffentlichungen aufmerksam zu machen. Dadurch hat sich vor allem für Newcomer einiges geändert, denn das klassische Schema, mit einem Hit zum Star mit vielen Bookings zu werden, wurde aufgebrochen, und es haben sich Alternativen ergeben. So hat sich zum Beispiel Alle Farben mit Hilfe seiner regelmäßigen DJ-Mixe über Soundcloud eine amtliche Fanbasis (mit über 60.000 Follower dort und bis zu 450.000 Plays pro Mix) und schließlich einen vollen Kalender erarbeitet. Das klappte auch ohne ‚Hits‘ bei Beatport und zeigt, wie das Internet ganz demokratisch auch neuen Künstlern zu Chancen verhilft, die es früher nicht gab.

Um also deine Werke (egal ob DJ-Mixe oder Tracks) der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist es eigentlich unentbehrlich, sich Accounts bei diesen Portalen zu besorgen und über Kreuz auch immer auf diese hinzuweisen. Twitter bekommt einen immer größeren Stellenwert und ist vor allem in USA echt die Macht. Der Einfachheit halber empfehle ich, deinen Twitter-Account mit deiner Facebook-Page zu verknüpfen, so dass ein FB-Posting auch automatisch über Twitter rausgeht und man dafür keine zusätzliche Arbeit hat. Wenn man nun neue Musik über Facebook posten möchte, dann rate ich klar davon ab, den Link eines Shops wie Beatport oder iTunes zu nehmen, denn dort stehen ja nur sehr kurze Soundfiles zur Verfügung, bei denen oft die Qualität eines Tracks gar nicht zur Geltung kommt.

Somit bleiben zwei Alternativen, Soundcloud- oder Youtube-Links. Soundcloud hat zwei klare Vorteile: Erstens kann man ganze Releases mit mehreren Tracks als ‚Set‘ hochladen und posten, und somit nicht nur einzelne Titel zu Gehör bringen. Zweitens kann man seine Musik auch direkt als Download zur Verfügung stellen, was viele für ihre DJ-Mixe nutzen. Ich bevorzuge aber ganz klar Youtube, denn erstens kann man seine Tracks dort ganz einfach visualisieren, was immer besser ankommt. Zweitens kann man mit Google vereinbaren, dass Werbung vorgeschaltet wird, was also für den Künstler und das Label zusätzliche Einnahmen bedeutet. Allerdings muss man auch in Kauf nehmen, dass die Reklame nerven kann … Ein zusätzlich positiver Aspekt von Youtube ist, dass mit einer hoffentlich baldigen GEMA-Einigung aus dieser Quelle weitere Einnahmen für die Künstler erfolgen. Über Soundcloud kommen ja noch keine GEMA-Gelder, obwohl deren Einnahmen ganz stattlich sein dürften und Soundcloud ganz eindeutig von unserer Musik lebt. Aber davon hatten wir es ja schon vor zwei Monaten …

Um DJ-Mixe zu veröffentlichen, kann ich übrigens auch sehr Mixcloud empfehlen, besonders die direkte Shop-Verlinkung der Tracks mit dem „Buy“ Button gefällt mir als Labelmacher.

Rainers Ratgeber:
Teil 1: Das richtige Demo
Teil 2: Der richtige Demoversand
Teil 3: Der richtige Plattenvertrag
Teil 4: Das Benutzen von Samples
Teil 5: Brauche ich die GEMA?
Teil 6: Brauche ich einen Verlag?
Teil 7: Wie gründe ich ein eigenes Label?
Teil 8: Die Sache mit den scheinbar von der GEMA gelöschten YouTube-Videos
Teil 9: Der Vertrieb deines eigenen Labels?
Teil 10: Wie promote ich mein Release?
Teil 11: Wozu brauche ich die GVL?
Teil 12: Lizenzabrechnungen
Teil 13: Heino hat recht!
Teil 14: Musikstreaming bei Rdio, Spotify und Co.
Teil 15: Hallo GEMA!
Teil 16: Die Künstlersozialkasse