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Planet Xenbel von Xenia Beliayeva
Buch mich – Teil 1!

Was macht man, wenn man ein aufstrebender DJ oder renommierter Hase in der „Clubszene“ ist, aber unzufrieden, weil man nicht genügend Bookings hat? Wie kommt man aus seinem Studio auf die Bühne, an Gigs, in die richtigen Clubs, erringt Ansehen, Motivation und Erfolg? Mit wem und wie setzt man als Produzent, DJ oder Live-Act seine Ziele am besten um?


Booking-Agenturen gibt es viele. Man musst schauen, wo die Chemie stimmt, welches Konstrukt für die persönlichen Wünsche am besten funktioniert und langfristig aufgehen kann. Ich reiße heute grob zwei von drei klassischen Modellen an. Es gibt natürlich mehr, die sind für uns aber irrelevant.

A: Eine Agentur mit verschiedenen DJs und Live-Acts, die sich auf einen Stil spezialisiert hat. Bedeutet: Alle DJs, die in der Agentur sind, bilden musikalisch ein homogenes Bild. Sie können in den gleichen Clubs spie- len und unterscheiden sich eher in Nuancen. Solche Agenturen basie- ren auf zwei bis vier erfolgreichen Acts, die die Agentur tragen und auf die der Booker den Fokus legt. Gefolgt von sechs bis zehn Künstlern, die nicht so gut funktionieren, an die der Booker aber glaubt und in die er seine Zeit investiert, nachdem alles Relevante für die „Säulen-DJs“ erledigt ist. Davon sind ein paar – zwar nicht in allen, aber in vielen Agenturen – leider auch Karteileichen. Als Karteileiche bezeichne ich DJs, die wenig bis kaum Bookings haben und sich nebenbei auch noch selbst verbuchen. Das wird beim Booker gerne als Buddy-Party deklariert, und so entschuldigt man die Exklusivität mit der Agentur. Diese DJs schmeißt der Booker nach einer gewissen Zeit raus, weil sie un- wirtschaftlich sind und oftmals nur nerven. Falls der Booker sie nicht aus der Agentur schmeißt, gehen die Kandidaten irgendwann selbst, dann ärgert sich der Booker, dass er sie nicht vorher rausgeschmissen hat. Das Problem bei diesen Künstlern ist oftmals der Gedanke, dass der Booker, das Label oder sonst wer für ihren Erfolg verantwortlich ist, und so rotieren sie wie Fähnchen im Wind von einer Agentur zur nächsten. Im besten Fall finden sie eine Agentur, die passt und bei der sie glücklich werden. Im schlimmsten Fall verlieren sie Zeit, sind nach einigen Jahren frustrierter als am Anfang und haben kaum eine Entwicklung hingelegt.

 

B: Eine Agentur, die ans Label gekoppelt ist und die Marke samt dazu- gehöriger Labelkünstler präsentiert. Das setzt voraus, dass man sich als Künstler mit dem Label, Sound, A&R und anderen Künstlern des Labels identifizieren kann oder zumindest so tun könnte als ob. Und natürlich, dass das Label einen als festen Künstler sowie in der Agentur haben möchte. Diese Agenturen gehören dem Labelchef, der auch der erfolgreichste Künstler der Agentur/des Labels ist und bleiben wird. Meistens hat der Labelchef keine große Lust auf das „tägliche Geschäft“, es ist ihm zu trocken, er möchte sich um kreative Dinge und in erster Linie um sich selbst kümmern. Deswegen hat er ein paar smarte Leute um sich gescharrt, mit denen er etwas aufbaut und die er prozentual am Erfolg beteiligt oder zum Teilhaber der Firma macht. Diese Agenturen sind unterschiedlich strukturiert. Hier kommt es auf den Bekanntheits- grad des Labels, der Kompetenz des Teams und vor allen Dingen der Vision des Labelchefs an. Der Labelchef steht an erster Stelle, immer! Ohne seinen Status funktioniert so ein Labelagentur Konstrukt nicht. Die einen bieten einen Fullservice mit Management, Booking und Verlag. Machen Veranstaltungen, organisieren Labelnächte, arbeiten PR-Konzepte aus usw … Die anderen verkaufen nur Labelnächte an Promoter und outsourcen die Organisation an den Club. Im Kern geht es aber immer darum, das Label wachsen zu lassen und im Netzwerk aufzutreten.
Wir halten Netzwerk für nächsten Monat fest, ich muss zum Ende kommen.

Das Xeni

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