Nachdem ich letzten Monat über den Spirit geschrieben habe, möchte ich euch dieses Mal ein anderes Thema ans Herz legen. Es geht um die Clubs unserer Republik. Ich habe vor Kurzem ein langes Telefonat mit einen lieben Freund geführt, der viele Events und Festivals im elektronischen Bereich veranstaltet. Er erzählte mir, wie sehr er zur Zeit gestresst sei und wie schlimm die Situation in den Clubs mittlerweile sei. Auch sein eigener Club tut sich schwer, eine hohe Frequenz an Leuten zu halten. Freitags macht er ein sehr gutes Booking mit internationalen Acts und samstags spielen Residents und DJs aus der Umgebung. Der Freitag läuft gut und es kommen auch Leute – aber eben nur, wenn man teure Acts bucht. Der Fluch daran ist, dass das ins Geld geht und es sich wenig rechnet. Denn ein 5- oder 10 000-Euro-Act muss erst mal eingespielt werden. Leider ziehen diese Acts nicht mal annähernd so viele Leute, um der völlig überzogenen Gage gerecht zu werden.

Es gibt einfach generell zu wenig Leute in der Stadt, die sich für elektronische Musik interessieren. Man kann den schleichenden Tod ja mitverfolgen. Clubs, die eigentlich nur elektronische Musik spielen wollen, hatten vor fünf Jahre noch Freitag und Samstag volles Haus. Es kamen genügend Gäste und die Residents machten auch einen super Job. Die Leute feierten.

Mittlerweile haben viele dieser Clubs schon andere Events wie Hip-Hop & Soul Nights, Studentenpartys, 90er oder was auch immer im Programm. Alles funktioniert besser als elektronische Musik und ist auch weitaus nicht so kostenintensiv. Verständlicherweise müssen die Betreiber mit ihren Clubs ihr Geld verdienen.

Mein Freund merkte an, es sei klar, die Leuten seien satt. Sie gehen aus, wenn man große Acts bucht oder planen ein Festival, bei dem man sich komplett abschiesst und die folgenden drei Wochen hockt man dann wieder zu Hause, schaut Netflix oder tindert sich durch die Stadt.

Als diese Faktoren führen dazu, dass es in unserem Lande so gut wie keine Clubs mehr nur für House und Techno gibt. Von den Clubs selbst gibt es aber die meisten noch, nur eben ohne unsere Musik. Viele der Besitzer sind deswegen total verzweifelt, denn ihr Herz hängt daran.

Aber was tun, wenn keiner mehr kommt? Sind Clubs eine aussterbende Art? Gibt es neue Konzepte?

Killen die ganzen Festivals die Clubszene? Ist unsere Musik nicht mehr populär genug bei der breiten Masse? Sind alle nur noch handygestört? Kein Spirit mehr? Wahrscheinlich eine Kombination aus allem.

Jetzt kommt meine Frage an euch und ich hoffe, ihr diskutiert fleissig mit: Was können wir tun, dass nicht noch mehr Clubs schließen müssen? Was für gute Ideen gibt es? Was kann der Einzelne tun, was die Clubs und was die Protagonisten?

Ich bin gespannt, wie ihr darüber denkt.

 

Bis nächsten Monat
Der Novy

 

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